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Ohne Worte

Geisterrad

Meldung auf Velo2010.de

Ida, Militärring, Geisterrad

Zweites Geisterrad in Köln

Zweites Kölner Geisterrad

Zweites Kölner Geisterrad

Das zweite Kölner Geisterrad wurde Mitte Oktober vom ADFC Köln im Stadtteil Mülheim auf der Berliner Straße, gegenüber des Höhenhauser Rings, aufgestellt. Dort wurde am 12. April 2010 ein 82-jähriger Radfahrer von einem PKW angefahren. Aufgrund der Schwere seiner Verletzungen ist er am 23. April im Krankenhaus verstorben.

Ein drittes Geisterrad stand etwa 170 m weiter stadtauswärts, wurde jedoch von Unbekannten entfernt, so dass ich keine Fotos machen konnte. Hier wurde am 9. Mai 2010 ein 60-jähriger Radfahrer gegenüber dem Haus Berliner Straße 195 vermutlich beim Wechsel vom Gehweg auf die Fahrbahn von einem Kleintransporter so schwer verletzt, dass er am 14. Mai seinen Verletzungen erlegen ist.

Auf den Seiten des “Expertenkreises” Velo 2010 kann man sich neben dem aktuellen Fahrradunfallgeschehen auch über die Unfälle mit Todesfolge informieren.

Erich Koprowski, ADFC-Vorsitzender in Köln, hat hinsichtlich der zeitnahen Häufung der tödlichen Unfälle an diesem Ort bei der Polizei und dem Amt für Straßen und Verkehrstechnik nachgefragt und um Stellungnahme zu eventuellen Maßnahmen der Behörden gebeten. Die Fragen, Antworten und Kommentare findet man in dem lesenswerten Beitrag unter der Rubrik: Aktivitäten, Verkehr und Politik auf den Seiten des Kölner ADFC.

Ghostbike animiert

Ghostbike

Besonders zynisch scheinen die Antworten der Behörden zu sein, nachdem man sich ein eigenes Bild von der Radverkehrssituation auf der Berliner Straße gemacht hat. Auf wenigen hundert Metern wird der Radverkehr abwechselnd auf Radwegen, gemeinsamen Geh- und Radwegen, Schutzstreifen und Fahrbahn geführt. Kein Mensch, der sich nicht speziell mit Radverkehr beschäftigt, kennt sich da noch aus. Die Fahrbahn wird massiv von Straßenbahnen, Bussen und Schwerverkehr frequentiert. Die Folge: Verunsichert nutzen die meisten Radler ordnungswidrig den Gehweg und wechseln unvermittelt auf die Fahrbahn, wann immer ein unerwartetes Hindernis auftaucht.

Nur ein Beispiel: Cirka 50 Meter weiter endet unvermittelt ein gegenüber der besagten “dritten” Unfallstelle liegender Radweg. Dort, wo der Radverkehr eigentlich mit einer Schleuse auf die Fahrbahn geführt werden müsste, befindet sich gerade mal ein abgesenkter Bordstein, der dauerhaft zugeparkt ist. Ich habe diese Stelle noch nie frei von ordnungswidrig parkenden Fahrzeugen gesehen. Selbst auf dem Satellitenfoto von Goggle Maps parken hier zwei Fahrzeuge. Auf dem Luftbild von Bing sind es sogar drei. Die Radfahrer, wie auf dem Foto unten, fahren auf dem Gehweg weiter. – Unfassbar, dass die Damen und Herren vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik hier keine Handlungsmöglichkeiten sehen. Für sie hört ihre Zuständigkeit offensichtlich zwei Meter neben den Unglücksstellen auf.

Wird hier ordnungswidriges Falschparken auf Kosten der Radfahrer behördlich geduldet?

Erstes Geisterrad in Köln

 Ghostbike

Erstes Kölner Geisterrad an der Kreuzung Dürener Straße/Stadtwald Gürtel

Jetzt steht in Köln auch eines: Das erste Geisterrad wurde gestern Mittag, am Dienstag den 04.05.2010 vom Kölner ADFC in Köln Lindenthal an der Kreuzung Dürener Straße, Ecke Stadtwald Gürtel, aufgestellt. Am 16. März ist dort eine 57-jährige Radfahrerin  bei einem klassischen Rechtsabbieger-Unfall mit einem LKW ums Leben gekommen:

ADFC Köln

Bericht vom Stadtanzeiger

Velo 2010 – Unfälle mit Todesfolge

Ein Geisterrad oder auch Ghost Bike (der Trend und die Idee kommen aus den USA) wird dort aufgestellt, wo ein Radfahrer im Straßenverkehr getötet wurde. Es ist sowohl eine Gedenkstätte für den ums Leben gekommenen Radfahrer als auch ein Mahnmal gegen den sinnlosen Tod im menschenfeindlichen Straßenverkehr. (www.ghostbikes.org)

Die beiden Kölner ADFC Vorsitzenden Erich Koprowski, Joachim Schalke und die Bürgermeisterin Sho-Antwerpes stellen in Köln das erste Geisterrad auf.

Die beiden Kölner ADFC Vorsitzenden Erich Koprowski, Joachim Schalke und die Bürgermeisterin Scho-Antwerpes stellen in Köln das erste Geisterrad auf.

Passanten betrachten neugierig das weiße Fahrrad.

Neugierig betrachten erste Passanten das weiße Fahrrad.

Solange Kölner Behörden einen größeren Verkehrsfluss höher werten als das ein oder andere Menschenleben, muss der ADFC noch viele weiße Räder aufstellen. Allerdings hoffe ich, dass es ganz anders kommt!