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Ohne Worte

Geisterrad

Meldung auf Velo2010.de

Ida, Militärring, Geisterrad

Das Rad neu erfinden

aufgehobene Benutzungspflicht

Benutzungspflicht aufgehoben, das "Kölner Schild"

Am Montagabend sah ich zufällig im Nachrichtenblock der Lokalzeit Köln wie eine große Traube von Journalisten Klaus Harzendorf, den Amtsleiter für Straßen und Verkehrstechnik, umringte. Es ging wohl um Radverkehr: Grund für die Nachricht war ein neues Schild, das auf die Entwidmung des benutzungspflichtigen Radweges in der Krefelder Straße hinweist. Radfahrer können nun wählen, ob sie den alten jetzt sogenannten „anderen Radweg“ nutzen möchten oder einfach die Fahrbahn.

Am Tag darauf konnte ich es in der Lokalpresse online lesen und war doch verwundert: Was uns Klaus Harzendorf in verschiedenen Interviews wohlwollend als Gefälligkeit der Stadt Köln verkaufen wollte, war nicht nur rechtlich lange überfällig, sondern gehörte schlichtweg zu seinen Pflichten.

Hintergrund ist die sogenannte Fahrradnovelle, eine Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO) aus dem Jahr 1997. Demnach dürfen Städte und Gemeinden eine Radwegbenutzungspflicht nur dort anordnen, wo die Anforderungen an die entsprechenden Verwaltungsvorschriften der StVO erfüllt werden und auch nur wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht. Ende 2010 gab es dazu ein entsprechendes Verwaltungsgerichtsurteil (BVerwG 3 C 42.09), das es den Radfahrern erleichtern wird, dieses Recht auf Nicht-Benutzung auch einzuklagen.

Bislang haben nahezu alle Städte und Gemeinden – nicht nur Köln – diese besonderen Paragraphen und Verwaltungsvorschriften zugunsten von Radfahrern ignoriert. Das geht jetzt nicht mehr. Das Urteil und klagewillige Radfahrer nehmen die Städte und Gemeinden in die Pflicht.

Jürgen Möllers, Fahrradbeauftragter der Stadt Köln, hat die Zeichen erkannt und mit seinem Team dieses Aufsehen (vorausgesetzt, man sieht es ;-)) erregende Schild (Bild oben) entwickelt. Für jeweils drei Monate soll das Schild in Zukunft Auto- und Radfahrer über die Aufhebung der Benutzungspflicht informieren. – Ein klitzekleiner Schritt für den Radverkehr, ein Riesenschritt für das Amt für Straßen und Verkehrstechnik (Bislang gingen ihre Fahrradfreundlichkeiten nicht über das Aufstellen von Abstellanlagen und das Malen von Linien am rechten Fahrbahnrand hinaus.). Über Sinn und Unsinn dieses Schildes kann man sicher lange streiten, aber immerhin setzt sich die Behörde endlich mit der langfristigen Entwidmung vieler Kölner Radwege auseinander und stellt sich damit der unerbittlichen Kritik unserer automobilen Gesellschaft. Nichtsdestotrotz und auch in Anbetracht meiner noch folgenden kritischen Anmerkungen halte ich diese Aktion für sehr mutig und lobenswert.

Alternativen

Alternativen - die erste Schilderkombination oben ist meiner Phantasie entsprungen 😉

Um mir selbst ein Bild zu machen, bin ich in die Krefelder Straße gefahren und habe dort, wie nicht anders zu erwarten, die jetzt freigegebene Fahrbahn benutzt. Schade, bin ich doch innerhalb kürzester Zeit zweimal viel zu dicht überholt und abgedrängt worden, und augenscheinlich war ich der Einzige, der das Angebot, auf der Fahrbahn zu fahren, annahm. Das änderte sich auch die nächsten anderthalb Stunden nicht. Lediglich stadteinwärts verzichteten Radfahrer ab und an auf die Benutzung des Radweges, das hatte aber vor allem technische Gründe: Für einbiegende Radfahrer ist der Radweg schwer zu erreichen, und teilweise war der Radweg auch zuvor nicht benutzungspflichtig.

Jedenfalls habe ich mich gewundert, dass diese innovative Neuerung so überhaupt nicht angenommen wurde. Deswegen habe ich auf dem Radweg stadtauswärts fahrende Radfahrer gefragt, ob sie von der Aktion des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik wissen und wenn ja, warum sie trotzdem nicht auf der Fahrbahn fahren. Den Zusammenschnitt der verschiedenen O-Töne kann man sich hier anhören:

Audiofile bitte anklicken:

O-Töne: Radfahrer auf der Krefelder Straße

Das Ergebnis war niederschmetternd. Wie eine junge Dame feststellte: Ihr Leben lang hätte man ihr eingetrichtert, den Radweg zu benutzen, weil es sicherer sei, warum solle sie jetzt auf der Fahrbahn fahren? Die Menschen haben Angst auf der Straße zwischen den Autos und LKW. Das kriegt man aus ihren Köpfen so ohne weiteres nicht heraus. Deswegen ist eine gute Aufklärung der Bürger durch alle Beteiligten viel viel wichtiger als das einfache Konfrontieren mit – für die meisten – unverständlichen Tatsachen und da muss auch ich meinen bisherigen Ansatz überdenken. Velo 2010, die Stadt Köln und die Polizei wären hier gefordert. Anstatt unsinnige Lichtaktionen zu zelebrieren – mangelnde technische Ausrüstung der Räder ist nur ein gefühltes Problem und in den wenigsten Fällen unfallträchtig – sollten sie ihren Infostand in die Krefelder Straße stellen und den Betroffenen erklären, warum sie jetzt die Fahrbahn benutzen dürfen und vor allem, dass Radfahrer auf der Fahrbahn sicherer unterwegs seien. Eine Maßnahme, die ich begrüßen und sogar tatkräftig unterstützen würde.

Aber man muss das Rad nicht neu erfinden. Aus dem Büro des Fahrradbeauftragten kam mal eine m.E. geniale und versuchsweise auch umgesetzte Idee: Fahrradpiktogramme auf der Fahrbahn der Venloer Straße in Köln-Ehrenfeld (unterstes Foto auf dem zweiten Bild, oben). Diese Zeichen auf der Straße haben zwar rechtlich keine Bedeutung, erinnern aber trotzdem jeden Fahrzeugführer daran, dass Radfahrer dort fahren dürfen und fahren werden. Aber die Ehrenfelder Bürger setzten auf Separierung. Ihrem Wunsch gemäß richtete man dort Schutzstreifen ein, die meiner Einschätzung nach hier, genauso wie in der Neusser Straße nicht funktionieren. Warum sich die Piktogramme gegen die Schutzstreifen nicht durchzusetzen vermochten, kann nur das Ergebnis mangelnder Kommunikation und Information sein. Meines Wissens hat die Ehrenfelder Bürger und Initiativen niemand über neue und andere verkehrstechnische Möglichkeiten informiert.

Piktogramme auf der Fahrbahn (in Zukunft vielleicht etwas größer) wären auf der Krefelder Straße für mich die erste Wahl gewesen, mit den beiden Vorteilen, dass die Piktogramme nach drei Monaten immer noch vorhanden wären, und dass sich sowohl Auto- als auch Radfahrer daran hätten orientieren können. Piktogramme sind wegen der einfachen Bildsprache leichter zu verstehen als das viel zu kleine „Kölner Schild“, dass im Schilderwald der Stadt sowieso untergeht und deshalb von den wenigsten Verkehrsteilnehmern wahrgenommen wird.

Idealerweise würde man solche Strecken als Fahrradstraßen ausweisen, aber soweit ist man in Köln noch nicht. Neben der Krefelder Straße denke ich dabei insbesondere an die Wälle, die als wichtige Nord-Süd-Verbindung nicht zu unterschätzen sind. Vielleicht würde das richtige Konzept sogar eine alternative Infrastruktur anziehen, Straßencafés, die von der Ruhe der leisen Verkehrsmittel profitieren, Bike-In-Imbisse  oder was der bewegte Radfahrer sich sonst noch alles so erträumt, denn träumen ist erlaubt … auch in Köln.

Krefelder Straße

Krefelder Straße

Links:

Sicherheit von Radwegen, ADFC NRW

ADFC Gütersloh: Radwege Info

Presse:

Ab sofort dürfen Radfahrer auch auf der Krefelder Straße fahren – Köln.de

Radler dürfen die Straße nutzen – Kölner Stadt-Anzeiger

Trotz Radweg: Radfahrer dürfen auch die Straße benutzen – Köln Nachrichten

Wahlfreiheit für Kölner Radfahrer – Kölnische Rundschau

Cycolonia – So war’s

Sonntag vor etwa zwei Wochen endete die zweite Cycolonia. Die liebenswerte Fahrradpublikumsmesse hatte weitaus mehr zu bieten, als ich hier darstellen kann. Ich habe schlichtweg nicht alles geschafft, denn ich hatte meine ganz persönlichen Schwerpunkte.  

  

zur Cycolonia

Anfahrt Cycolonia

Klein und unscheinbar wirkt das Olympiamuseum, betrachtet man es von Deutz aus. Neben den ganzen Neubauten ist es kaum noch wahrzunehmen. Das traumhafte Wetter lockte eher zum Ausflug als auf eine Messe. Doch ich wollte auf keinen Fall die Cycolonia versäumen. 

Cycolonia Banner

Cycolonia Banner

Wie zu erwarten hat das Büro des Fahrradbeauftragten es dieses Jahr wieder nicht geschafft, die Zufahrt über die Drehbrücke für Radfahrer freigeben zu lassen. Schade. Auch die Fahrradparkplätze waren rar und nicht bewacht. Allerdings präsentierten sich auf der Straße vor dem Olympiamuseum zahlreiche Aussteller, unter deren Augen wohl kaum ein Dieb schweres Gerät angewandt hätte. 

Eingangsbereich

Eingangsbereich

Cycolonia Testparcours

Cycolonia Testparcours

Hinter den Gebäuden stellten die Veranstalter einen Testparcours zur Verfügung, auf denen die Ausstellungsstücke auf einem kleinen Rundkurs direkt ausprobiert werden konnten. Was der Gesetzgeber bisher nicht geschafft hat: Hier war leider der Helm Pflicht, ob er passt oder nicht. 😉 

Helmpflicht auf der Cycolonia

Helmpflicht auf der Cycolonia

Jürgen Roters, der Kölner Oberbürgermeister, übernahm die Schirmherrschaft der Cycolonia 2011 und glänzte durch Abwesenheit. Die Eröffnungsrede hielt Bürgermeister Manfred Wolf. Sicher eine Frage der Priorität. Es gibt Gerüchte, dass Roters seit den sogenannten Veedelstouren im Wahlkampf nie wieder auf einem Fahrrad gesichtet wurde. Die unmittelbar folgende Diskussionsrunde über Kölner Radverkehrspolitik hat auch Manfred Wolf nicht weiter interessiert. Nach fünf Minuten war er weg … 

Manfred Wolf, Kölner Bürgermeister

Kölner Bürgermeister Manfred Wolf

… obwohl es hätte spannend werden können: Stephan Behrendt (ADFC), Jürgen Möllers (Fahrradbeauftragter der Stadt Köln und Vorstandsteam VCD Köln), Hans-Georg Kleinmann (Fahrradsternfahrt Köln und Vorstandsteam VCD Köln) und Ralph Herbertz (Vorstandsteam VCD Köln) sollten laut Programm in einer lebendigen Diskussion Rede und Antwort stehen. Dass es nicht sehr kontrovers zugehen würde, war zu erwarten. Bis auf Stephan Behrendt kommen die anderen drei Teilnehmer, einschließlich des Fahrradbeauftragten, aus dem gleichen Haus, dem Vorstandsteam des Kölner VCD

Cycolonia Radverkehrspolitik

Von links nach rechts: Stephan Behrendt (ADFC), Jürgen Möllers (Fahrradbeauftragter), Hartmut Fiebig (Moderator, Cycolonia), Hans-Georg Kleinmann (Fahrradsternfahrt Köln), Ralph Herbertz (VCD)

Was mich insbesondere interessierte war, wie sich der Fahrradbeauftragte präsentieren wird, hatte ich seinerzeit große Hoffnung in sein Amt gesetzt. 

Die Kommunikation zwischen ihm und Menschen, die konkrete Vorstellungen von Radverkehr haben, hat sich in der Vergangenheit als schwierig dargestellt. Die Radverkehrssituation „schönzureden“, ist vielleicht bei seinem Amtsleiter, Klaus Harzendorf, willkommen,  für Alltagsradler allerdings ist das keine adäquate Lösung. Auf der Cycolonia stellte unser Fahrradbeauftragter sich und seine Aufgaben vor, nämlich „den schwierigen Spagat hinzubekommen zwischen Service, Öffentlichkeitsarbeit, was die Bürgerinnen und Bürger der Stadt wollen, was sie erwarten und das halt in der Verwaltung zu koordinieren, voran zu bringen und die entsprechenden Dienststellen und uns selber dazu zu bewegen immer mehr für den Radverkehr zu machen. Das ist so ungefähr das ganze Spektrum, was ein Fahrradbeauftragter abdeckt, d.h. Ansprechpartner letztendlich für alle Themen rund um Fahrrad fahren in Köln.“ – Nichtsdestotrotz hat meiner Meinung nach der Fahrradbeauftragte eher Schwierigkeiten, den Spagat zu bewältigen zwischen der Kommunikation mit Bürgern, die ein Anliegen jenseits von „Straße fegen“ haben und dem, was in der Verwaltung tatsächlich möglich ist, nämlich so gut wie nichts. Von der Umsetzung eines Bürgerbegehrens bzw. einer Mängelinformation bis zur Mängelbeseitigung will ich gar nicht reden. In der aktuellen „FahrRad“ 01/2011 vom Kölner ADFC und in den Kölner Fahrradblogs sind einige dieser traurigen Beispiele nachzulesen.

Dabei kommuniziert Möllers keinen Unsinn, alles ist durchweg brauch- und nachvollziehbar, vorausgesetzt es wird nicht konkret. Dann geht plötzlich nichts mehr. Dann wird die Transparenz, die er neuerdings kommuniziert so blickdicht wie die Strumpfhose meiner Großmutter. 

Was nutzt unserer Stadt ein Fahrradbeauftragter, der zwar dem Leiter des Amts für Straßen und Verkehrstechnik gefällig ist, nicht aber dem Bürger? 

Zum Beispiel erscheint beinahe nach jeder aufgestellten Haarnadel (Kölner Fahrradabstellpfosten) eine Pressemeldung. – Allein durch das Bereitstellen von mehr Fahrradabstellanlagen wird Radfahren in Köln aber nicht sicherer. – Doch diese Pressemeldungen lesen sich so wunderbar und haben vor allem keine Konsequenzen für den Kraftfahrzeugverkehr.  🙄 

Und auf Kölns Straßen sterben Fahrradfahrer. – 2010 über dreieinhalbmal soviel, im Verhältnis zu den Einwohnern, wie in der gleichen Zeit in Berlin. Stadt und Polizei sorgen bei der Veröffentlichung entsprechender Unfallzahlen dafür, dass der Verdacht nicht auf die Behörden und deren unzulängliche Radverkehrsanlagen fällt, im Zweifel sind die Radfahrer selber schuld: Sie tragen keinen Helm und fahren bei Rot über die Straße, schrieb der Kölner Stadtanzeiger nach der Veröffentlichung der Unfallzahlen durch die Polizei. 

Nachdenkliches

Flugblatt auf der Cycolonia: Bittere Wahrheit!

Damit wären wir beim nächsten Programmpunkt, der Verkehrssicherheitsberatung. Frank Regge vom Beleuchtungshersteller „Busch & Müller“ sowie Polizeioberkommissar Joachim Schalke, Verkehrssicherheitsberatung und Prävention bei der Polizei Köln, teilten uns ihre Erfahrungen mit. 

Cycolonia Verkehrssicherheitsberatung

Cycolonia Verkehrssicherheitsberatung

Frank Regge stellte das Tagfahrlicht von „Busch & Müller“ vor, dazu erklärte Herr Schalke auf Nachfrage, dass es zwar den ein oder anderen Polizisten gäbe, der froh wäre, wenn Radfahrer überhaupt ein funktionierendes Licht am Rad hätten und sei es nur Batteriebeleuchtung, man aber insbesondere bei Schwerpunktkontrollen davon ausgehen muss, dass Polizisten durchaus jede Form von unzulänglicher Beleuchtung kontrollieren und bei Beanstandungen ahnden würden. 

So ist das mit den Regeln. Und die Polizei hat da einen ganz klaren Auftrag. Obwohl eigentlich bekannt ist, dass unzulässige Beleuchtung seltenst unfallursächlich ist. Polizeihauptkommissar Karsten Witt, Leiter einer Polizeiwache in der Nähe von Lübeck, hat drei Jahre lang Fahrradunfälle analysiert und kam zu dem Schluss: „Das Fahren ohne Licht spiele für das Unfallgeschehen kaum eine Rolle, ‚das ist nur ein gefühltes Problem.'“ (Lübecker Nachrichten-Online/Lokales vom 14.11.2010) 

Frank Regge ergänzte dann – und das wird leider sehr häufig vergessen – komme es doch einmal zu einem Unfall, bei dem die Beleuchtung vielleicht nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben könnte, könnte ein eventueller Beleuchtungsmangel durchaus unabsehbare zivilrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. 

Leider hat Herr Schalke das leidige Helmthema nicht außen vor gelassen. Wohlwollend unterstelle ich ihm, dass es sich dabei um einen dienstlichen Auftrag handelte. Allerdings habe ich ihn selbst noch nie „oben ohne“ gesehen – ist er wohl doch ein Überzeugungstäter? 😉 Jedenfalls hat er versucht, an einem Beispiel aus dem realen Kölner Unfallgeschehen zu belegen, wozu ein Helm in der Lage sein kann. Das gelang ihm immerhin durchaus sensibel und ohne erhobenen Zeigefinger. Und in dem genannten Fall mag der Helm seinen Träger tatsächlich auch vor schlimmeren Verletzungen bewahrt haben. 

Alles in allem überzeugte Polizeioberkommissar Schalke vor allem aber dadurch, die Gründe für das recht hohe Unfallgeschehen nicht alleine bei Radfahrern zu suchen. Anhand einer Unfallschwerpunktkarte und einer recht anschaulichen Grafik zum Prinzip Radweg verdeutlichte er, dass auch behördenseitig einiges durch intelligente Verkehrstechnik zur Unfallprävention getan werden könnte und hier der Bürger dringend gefordert sei, sein Anliegen der Politik und Verwaltung zuzutragen. 

Toplight Line Plus

Toplight Line Plus in der Batterieversion

Eine Neuheit stellte mir Frank Regge später an seinem Stand von „Busch & Müller“ vor. Ende April kommt das Toplight Line Plus als Batterieversion auf den Markt. Das Rücklicht soll es in den Varianten Permanent und Senso geben. Genau das Richtige für meine Anhängerbox. Der Pressedienst Fahrrad hat es bereits vorgestellt. 

Kunst und Tuning

Kunst und Tuning

Die Designer vom Team Tentakulus, Oliver Bauer von Cycoholic und Eduard Maier von der Veloküche stellten in der Rubrik Kunst und Design ihre Arbeiten vor. 

Fahrraddesign

Team Tentakulus mit Moderator Hartmut Fiebig

Eduard Maier von der „Veloküche”

Eduard Maier von der „Veloküche”

Cool, vor der Messe führte Eduard Maier sein Tallbike vor. Paul und interessierte Besucher durften probesitzen- oder fahren. 

Velopolo, Bikepolo, Cyclepolo

Velopolo, Bikepolo, Cyclepolo

Auf dem Dach gab es wie im letzten Jahr ein spannendes Bikepolo-Turnier. Das schreit nach Mitmachen: In Köln scheint sich schon eine beachtenswerte Szene etabliert zu haben: Bikepolo Cologne

Velopolo, Bikepolo, Cyclepolo

Velopolo, Bikepolo, Cyclepolo

So schön ist dann ein Sieg beim Bikepolotournier

Gewonnen, alles freut sich.

180° auf der Cycolonia

180° auf der Cycolonia

Die Zweiradwerkstatt 180° präsentierte sich wieder am Eingang zur Cycolonia mit einem kostenlosen Reparaturservice. 

Auch wenn man meinen könnte, ich hätte diesmal viel zu meckern gehabt, ich hatte zwei wunderbare Tage auf einer nach wie vor liebenswerten Messe. Meiner Lobhudelei in „32 grüne Gründe“ ist nur kaum noch etwas hinzuzufügen. Und meckern muss ich, wenn es radverkehrspolitisch wird und da hat uns die Cycolonia diesmal einiges geboten. Klar hätte es kontroverser sein können, aber die Messe wächst mit ihren Aufgaben. Immerhin stand der Fahrradbeauftragte, Jürgen Möllers, an beiden Tagen mehr oder weniger Rede und Antwort. Leider waren gleichzeitig nur wenige Blogger da, die das Angebot sicher gerne genutzt hätten. 

Hartmut Fiebig und seinem Team möchte ich an dieser Stelle für ein wunderbares Fahrradforum danken und bin neugierig, was sie uns im nächsten Jahr an Innovationen und Möglichkeiten präsentieren werden. 

Ramin Houchmand, Mitglied des Cycolonia Teams, stellte gegenüber dem Pressedienst Fahrrad fest: „Wir feiern das Fahrrad – vielen Dank an alle, die mit uns feiern!” 

Danke für das Fest!

Wir sind der Verkehr!

Critical Mass Köln

Treffpunkt am Rudolfplatz, unter dem Hahnentor

Letzten Freitag trafen sich Kölner Radfahrer auf dem Rudolfplatz zu einer „Critical Mass“, die ihren Namen wirklich verdient hatte. Leute aller Couleur versammelten sich, um gemeinsam Rad zu fahren und um zu zeigen, dass wir alle Teil des Verkehrs sind. Gegen 18.00 Uhr ging es auf die Ringe, Richtung Ebertplatz.

Critical Mass Köln

Critical Mass in Köln

Es hat Spaß gemacht, wir waren alle gut gelaunt, für viele war es die erste Critical Mass (CM). Wir waren neugierig, stellten uns höflich unseren Nachbarfahrern vor und plauderten aus dem Nähkästchen. Freundlich wurden wir vom Gegenverkehr angehupt, die Menschen haben gewunken. Alles in allem eine tolle, friedliche Stimmung. Wie selbstverständlich stoppte die Critical Mass, um einem nicht vorfahrtberechtigten KVB-Bus Vorrang zu gewähren. – Über sechzig Radfahrer haben sich mit großer Freude erlaubt, sich den Verkehrsraum zu nehmen, der ihnen auch zusteht.

Critical Mass Köln

Critical Mass, erster unfreiwilliger Stopp

Am Ebertplatz sprach uns dann auch ein Motorradpolizist an, was wir denn hier machen würden. In Anbetracht der Großdemo am darauf folgenden Samstag war es für ihn klar: „Sie demonstrieren doch … gegen Atom“. Es war mir fast peinlich zu antworten, denn er hatte wirklich höflich gefragt und ich wollte nicht den Anschein erwecken, mich über ihn lustig zu machen: Wir fahren Fahrrad. – Sie demonstrieren doch hier? – Nein ehrlich, wir fahren gemeinsam Fahrrad. Jetz kam ich mir doof vor, muss ich mich jetzt rechtfertigen, weil ich mit anderen Fahrrad fahre? Jede Woche fahren laut hupende Hochzeitskorsos durch die Stadt und bei jedem größeren Fußballspiel legen motorisierte Fans unbehelligt die ganze Stadt lahm, weil die grölenden Horden uns demonstrieren wollen, dass sportlicher Erfolg etwas mit Alkohol und Hubraum zu tun hätte. – Zweierlei Maß!

Einen Augenblick habe ich mich geärgert, mich dann aber besonnen: Er hat gefragt, er war höflich und letzten Endes war es seine Aufgabe herauszufinden, ob von uns eine Bedrohung ausgehen könnte. Das war ja jetzt auch die erste ernstzunehmende Critical Mass in Köln, nicht nur für uns. Auf der Nord-Süd-Fahrt, Höhe Breslauer Platz, kam uns im Gegenverkehr ein Funkstreifenwagen entgegen. Mir wurde mulmig: Wenn der jetzt einen Unfall macht. – Nichts passiert. Prima.

Aber kurzum, unsere Critical Mass wurde zum ersten Mal gestoppt. Wir erklärten unser Anliegen, nämlich Fahrrad zu fahren, und der wortführende Polizist bot an, uns zu eskortieren. Wir hatten nichts dagegen. – Dass weder wir noch sie wussten, welchen Weg diese Critical Mass letzten Endes einschlagen würde, führte zu mindestens einer, sagen wir, unangenehmen Situation: Der vorausfahrende Funkstreifenwagen bog nach links Richtung Hauptbahnhof ab, während die CM geradeaus weiter fuhr. Und so leid es mir tut, das war komisch. Marco hat die Situation sehr pointiert in seinem lesenswerten Beitrag geschildert. Dem ist kaum noch etwas hinzuzufügen. Ich habe herzlich gelacht.

Critical Mass Köln

Der Kraftfahrzeugführer (links) hat leider das Thema verfehlt und wurde umgehend von der CM ausgeschlossen! 😉

Critical Mass Köln

Geschäftsidee: Critical-Mass-Leihräder gibt es leider nur als Fotomontage

Critical Mass

Critical Mass Köln, zweiter unfreiwilliger Stopp

Aber keiner mag das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Am Offenbachplatz vor der Oper wurden wir wieder angehalten. Diesmal mit fünf Funkstreifenwagen, zwei Motorrädern, einem Fahrrad (Über den Fahrradpolizisten habe ich mich sehr gefreut) und nun auch für länger: Cirka 10 Minuten mussten wir warten, bis die Umstände geklärt waren, unter denen wir endlich weiter fahren durften.

In Zweier-Reihen, jetzt hatte der Zug eine beachtliche Länge erreicht, ging es teilweise unter der Nutzung von Sonderrechten weiter. Wir mussten an so gut wie keiner Ampel mehr halten und am Rudolfplatz durften wir an unüblicher Stelle links auf die Ringe abbiegen. Um ehrlich zu sein, wollten wir keine Sonderrechte, schließlich sind Radfahrer in der Lage – stimmen denn die Bedingungen –  sich an die Verkehrsregeln zu halten, aber: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Die Polizei war uns gegenüber achtsam und umgekehrt wir ihnen.

Critical Mass Köln

Sicherheit für Radfahrer

Das wichtigste Argument für die Eskorte war unsere Sicherheit, nicht aber die anderer Verkehrsteilnehmer. Die Polizisten fuhren ihre Motorräder mit beachtlicher Geschwindigkeit auf Gehwegen und ordnungswidrig parkende Fahrzeuge, wie oben auf dem Schutzstreifen, wurden geflissentlich übersehen. Das hat mir nicht gefallen – nicht auszudenken, wenn durch den Polizeieinsatz etwas passiert wäre.

Schließlich gab es noch einen dritten Stopp – unsere Gruppe war mittlerweile auf die Hälfte geschrumpft – und man erklärte, dass die Eskorte uns nun, bis auf den Rad fahrenden Polizisten, verlassen würde, da sie bemerkt hätten, dass wir bisher verantwortungsvoll mit der Situation umgegangen seien. Das ist doch ein Erfolg.

An dieser Stelle möchte ich mich für den dennoch besonnenen Umgang der Polizei mit der Critical Mass bedanken. Auch wenn mich störte, dass wir immer wieder angehalten wurden und auf die Eskorte nicht verzichten konnten – es war einfach nicht schlimm, dass sie da waren. Im Gegenteil, so manchen Beamten haben wir im Gespräch auf den katastrophalen Umgang der Verkehrsbehörden mit dem Radverkehr aufmerksam machen können. Ich denke, Polizisten auf Fahrrädern werden auch auf zukünftigen Critical Mass‘ willkommen sein und ich bin mir sicher, sowohl Bürger als auch Polizisten werden von unseren gemeinsamen Gesprächen profitieren.

Ich freue mich auf die nächste Critical Mass am 29. April 2011 und hoffe, dass der Polizeieinsatz nicht wieder dominierendes Thema sein wird.

Critical Mass Köln

Die Critical Mass endete wieder am Rudolfplatz

Ein gepflegtes Alkoholfreies unter den Fahrradbloggern rundete die schönste CM, die Köln je gesehen hatte, ab. 😉

Links:

Marcos Beitrag

Simons Beitrag

Liste der Critical Mass

Critical Mass Köln

Critical Mass auf Wikipedia

Critical Mass bei Facebook

Verhaltensmaßregeln auf der CM

Kanal voll oder die Fahrradleichen von Lindenthal

Rautenstrauchkanal

Sanierung des Rautenstrauchkanals unter Beobachtung von Centauren, Nymphen und einer Teichralle

Im Kölner Stadtteil Lindenthal werden derzeit die unter Denkmalschutz stehenden Clarenbach- und Rautenstrauchkanäle saniert. Nach der schrittweisen Trockenlegung wurden im Rautenstrauchkanal die letzten Fische zur Umsiedlung abgefischt (oben), während im Clarenbachkanal mühsam allerlei Schrott aus dem Schlamm geborgen wurde (unten). Bei dem Schrott handelte es sich im Wesentlichen um Fahrräder verschiedenen Alters. In zwei Tagen haben die Arbeiter knapp 50 Räder allein aus dem Clarenbachkanal entfernt.

Clarenbachkanal

Verschiedene Fahrradleichen werden aus dem Clarenbachkanal geborgen

Clarenbachkanal

Räder bedeckt mit Schlamm, Moos und Schwamm

„Im Jahr 2009 wurden der Polizei Köln insgesamt 7.677 Fahrräder als gestohlen gemeldet.“ heißt es auf den Seiten von Velo 2010 und „Die Aufklärungsquote im Bereich Fahrraddiebstahl sank im Jahr 2009 auf 5,93%.“ – Fahrräder stellen augenscheinlich in unserer Gesellschaft keinen Wert dar. Ich nehme an, dass das der Grund ist, warum bei der Bergung keine Polizei zugegen war und die Räder ohne weitere Dokumentation direkt zur Schrottverwertung gebracht wurden. Schade, denn es ist nicht davon auszugehen, dass die Besitzer ihre Fahrräder selbst in den Gewässern entsorgt haben. Jetzt sind die Räder unwiederbringlich weg.

Cube Rahmen

Zumindest auf den ersten Blick tadelloser Cube Rahmen und von Schwamm befallenes Vorderrad

Kölner Vandalen sind nicht besonders kreativ, überwiegend schmeißen sie Fahrräder und Einkaufswagen in den Kanal.

Fahrrradleichen

Fahrrradleichen im Rautenstrauchkanal und Teichralle auf Einkaufswagen

Denn sie wissen nicht, was sie tun …

Piktogramme

Piktogramme auf der Venloer Straße

Solange man im Kölner Amt für Straßen und Verkehrstechnik glaubt, dass Fahrräder so aussehen, wird die Polizei noch viele solcher „Mahnmale“ zeichnen müssen.

Straßenzeichnung Unfallaufnahme

Radverkehrsunfall vor einer Zufahrt des Stadthauses

Sterngefahren – Die 3. Kölner Fahrradsternfahrt

Fahrradsternfahrt Köln 2010

Fahrradsternfahrt Köln 2010

Perfektes Fahrradwetter, viele gut gelaunte Menschen auf bunten und verschiedensten Fahrrädern: Fahrräder aus Aluminium, Stahl und/oder Carbon, zum Liegen, zum Sitzen, heraus-geputzt, verrostet, groß, klein, Leichtlauf- oder Lastenrad, gebastelt, gekauft, mit kleinen oder mit großen Rädern, verkleidet, drahtig, alt, neu, schwer, leicht, bunt, farbig, schwarz, weiß, konservativ, cool, kultig oder modern. Ein facettenreicher Mix aus individuellen Menschen, mit ihren individuellen Rädern. Toll!

Ideale Voraussetzungen also, um in Köln gemeinsam eine Fahrradsternfahrt zu zelebrieren und sich über die verschiedensten Themen auszutauschen und zu fachsimpeln: Wie schwer, wie leicht, wie teuer? Schwitzt man unter der Vollverkleidung nicht furchtbar? Ach, Merinowolle hilft da? Warum darf man auf dem Prana niemanden mitnehmen? Kommst Du auch auf die Critical Mass? Darf man hier tatsächlich nicht weiter fahren? Wann muss ich nochmal den Radweg benutzen? „Ich heiße Arne und blogge ‚radgefahren'“ – „Weiß ich … ich bin doch Holger … aus Bergisch-Gladbach und blogge auch!“ – Themen gab es ohne Unterlass und wer wollte, ist einfach nur dahin gerollt und hat das schöne Wetter und die Sicherheit der großen Gruppe genossen. Von der Polizei vor verunsicherten Autofahrern beschützt, durften wir auf den guten, gepflegten und sicheren Fahrbahnen dahingleiten, nachdem wir unseren Polizisten noch freundlich darauf hinweisen mussten, wie wichtig es für unsere Demonstration ist, die Fahrbahn benutzen zu dürfen. Er hat unser Anliegen verstanden und ich danke ihm dafür, dass er trotz seiner Vorbehalte unsere Wünsche berücksichtigt hat. Ich habe schon so viele sture Polizisten erlebt, dieser war eine positive Ausnahme und ich habe mir nicht mal seinen Namen gemerkt. Alles in allem hat die Polizei auch dieses Jahr wieder dafür gesorgt, dass alle wohlbehalten ihr Ziel erreicht haben. Und ich träume von einer Welt in der man die Fahrbahn benutzen darf, ohne die Hilfe zweier und später unzähliger motorisierter Polizisten in Anspruch nehmen zu müssen. Überhaupt hat sich die Polizei eine gute Möglichkeit entgehen lassen, sich mit den Radfahrern auszutauschen. Nicht ein Fahrradpolizist hat sich auf der Sternfahrt gezeigt. Ich weiß, dass so was gut ankommen würde. Viele Bürger und leider auch Polizisten sind in Sachen Radverkehr so rechtsunsicher, dass man hier hätte viel von einander lernen können. Die Polizei wäre den Bürgern weitaus näher gewesen, als mit dem kargen Pavillon auf der Abschlussveranstaltung am Neumarkt. Die Strecken sind so gewählt, dass sogar Verkehrsdirektoren und Polizeipräsidenten ihre Freude daran gehabt hätten. Das Gleiche gilt für das Amt für Straßen und Verkehrstechnik. Unser Fahrradbeauftragter, Jürgen Möllers, hat jetzt schon die zweite Fahrradmesse und die dritte Sternfahrt links liegen lassen. Im Urlaub sei er, hieß es, wie jedes Mal. Nicht, dass ich ihm seinen Urlaub nicht gönne, aber etwas Herzblut sollte man doch gerade von einem Fahrradbeauftragten erwarten können. Sind die Veranstaltungen doch mal im Juni und mal im September, da muss man sich schon bemühen, die entsprechenden Termine zu treffen. „Mut zur Lücke“ scheint die Devise nicht nur für ein sicheres, geschlossenes und brauchbares Radverkehrsnetz im Amt für Straßen und Verkehrstechnik zu sein.

Grandios, und dafür möchte ich mich ausdrücklich bei den Organisatoren bedanken, war die gemeinsame Schlussrundfahrt mit allen Teilnehmern und allen Gruppen aus den verschiedenen Stadtteilen. Nachdem die einzelnen Stadtteilgruppen sich am Rudolfplatz vereint hatten, sind wir alle gemeinsam durch weitere Bereiche der Innenstadt gefahren. Das war richtig toll und wir waren richtig viele und ich habe nie das Ende unseres Corsos gesehen. Das war ein schönes Erlebnis und ich habe mich gefragt, wo sind die bloß alle, wenn ich mit dem Rad in der Stadt bin?

Elfie Scho-Antwerpes

Elfi Scho-Antwerpes mit einem mysteriösen Manuskript in der Hand

Elfi Scho-Antwerpes, die wohl selbst ernannte Fahrradbürger-meisterin, wurde dieses Jahr zur Schirmherrin der Fahrradsternfahrt auserkoren. Sie hat die erste Rede, nach der Begrüßung durch Werner Rohleff, gehalten.

Deutlich zu spüren war, dass eine Frau redet, die zwar vielfältig sozial engagiert ist, von Radverkehr aber wenig versteht oder gar verinnerlicht hat. Ihre Rede hört sich souffliert und nicht selbst „erfahren“ an. Auch auf den Seiten der Stadt Köln ist Radverkehr nicht das, womit man Frau Scho-Antwerpes  wohl in Verbindung bringen soll.

Gestern Morgen habe ich beim Amtsleiter der Bürgermeisterin nachgefragt, ob es möglich wäre, die Rede von Frau Scho-Antwerpes in schriftlicher Form zu bekommen. Er antwortete mir knapp, dass Frau Scho-Antwerpes „frei“ und ohne Redemanuskript gesprochen hätte. – Die Antwort habe ich verstanden, und was Frau Scho-Antwerpes oben auf dem Bild in der Hand hält, ist dann wohl eine Fahrradluftpumpe!?

Jedenfalls fordert die Bürgermeisterin am Schluss ihrer Rede „konkret unter anderem“:

Eindeutige und sichere Radverkehrsführung.
Beseitigung zahlreicher Gefahrenquellen.
Schaffung kurzer und direkter Wege.
Mehr Platz für Radfahrer.
Mehr Fahrradschutzstreifen auf der Straße.
Mehr Fahrradabstellplätze.

Für diese Ziele lohnt es sich, in die Pedale zu treten.
Setzen wir uns alle dafür ein.
Damit Köln noch fahrradfreundlicher wird.

Auf den ersten Blick ist das nicht weiter verwerflich, zeigt aber, dass eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Radverkehr nicht stattgefunden hat. Die ersten drei Punkte wären erledigt, würde Radverkehr auf der Fahrbahn mit einem entschleunigten Kraftfahrzeugverkehr stattfinden. Das ist aktueller Stand der Technik, wird aber von Kölner Behörden ignoriert und offensichtlich von Fahrradbürgermeisterinnen nicht wahrgenommen.

Wie gut das funktionieren könnte, zeigt die U-Bahnbaustelle zwischen Heumarkt und Neumarkt. Dort fahren alte wie junge Radler, jetzt schon seit Jahren, gemeinsam und entsprechend langsam, meines Wissens bis heute unfallfrei, auf einer stark verkehrsbelasteten Straße. Zugegeben, dort ist es aus verschiedenen Gründen nicht sonderlich attraktiv, trotzdem zeigt es, dass ein entschleunigtes gefahrloses Miteinander möglich ist.

„Mehr Platz für Radfahrer und Schutzstreifen“ hört sich nach den alten Separierungsfehlern der Vergangenheit an. Schutzstreifen, dort wo sie in Köln angelegt werden, sind für den Radverkehr wenig brauchbar. Werden sie doch vornehmlich auf Einkaufsstraßen mit hohem Parkdruck und entsprechender Kfz-Fluktuation angelegt. Wenn sie nicht zugeparkt sind, sind sie zu schmal und/oder zu  nah an den regulär parkenden Fahrzeugen, damit genau im Schwenkbereich der Autotüren und generieren somit neue Gefahren. Wo Autofahrer vorher einfach dahinter geblieben sind oder wenigstens versucht haben, den angemessenen Abstand beim Überholen einzuhalten, muss jetzt die dünne Linie herhalten. Der Schutzstreifen ermutigt Autofahrer zum viel zu knappen Überholen. Hinter der Linie ist für sie hinter der Linie, auch wenn es sich nur um wenige Zentimeter handelt.  Dass Schutzstreifen von den Bürgern als Allheilmittel angesehen werden, liegt daran, dass Behörden, liebenswerte Fahrradbürgermeisterinnen und sogar der Kölner ADFC ständig und immerfort dieses kleinere Übel propagieren, anstatt sich mutig mit der Autolobby auseinander zusetzen.

An reinen Fahrrdstraßen und -trassen wäre im übrigen nichts aus-zusetzen! Eine Stadt, die sich eine feudale Treppe in den Rhein (?!?) leisten kann, muss doch ein paar Cent für die Sicherheit von Radfahrern übrig haben.

Wie auch immer,  jetzt sollen wir in die Pedale treten, damit Köln NOCH fahrradfreundlicher wird? Das müsste es dann allerdings erst einmal im Ansatz sein. Und das üben die Behörden noch. – Ich hasse diese Floskeln!

Wer, wenn nicht eine Bürgermeisterin, wäre in der Lage, handfeste Fakten zu schaffen? – Im Amt für Straßen und Verkehrstechnik erklärte man mir, dass man von den Missständen durchaus wüsste, wenn aber die Politik nichts fordere, würden sie nichts ändern. Bitte Frau Scho-Antwerpes: Ihre Baustellen, Ihre Behörden.

Hans-Georg Kleinmann

Hans-Georg Kleinmann

Erfrischend war dagegen die entschlossene Rede von Hans-Georg Kleinmann. Als jahrelanger Aktiver u.a. in der Autofreien Autoarmen Siedlung 😉 und dem VCD (Verkehrs Club Deutschland) weiß er, wovon er redet und wie er die Arbeit der Behörden einzuschätzen hat. Vor allem weiß er aber, wie er moderne und für den Bürger neue und ungewöhnliche Vorschläge umsichtig und überzeugend näher bringt. Seine Rede hat er selbst in den entsprechenden Bericht auf Marcos Seiten (radfahren-in-koeln.de – Mit dem Fahrrad in und um Köln) eingestellt und kurz kommentiert. Dem ist von meiner Seite aus nichts mehr hinzuzufügen, außer dass es mir schwer fällt, die Maßnahmen der Stadtverwaltung in der Vergangenheit als fahrradförderlich anzuerkennen. Ich denke, das war von Hans-Georg Kleinmann auch nur ein rhetorischer Schachzug. 😉

Eigelstein - Hastig für Radfahrer im Gegenverkehr freigegebene Einbahnstraße

Zum Beispiel Eigelstein - Hastig für Radfahrer im Gegenverkehr freigegebene Einbahnstraße. Dafür gibt es von mir keine Anerkennung. Hier geht Parkraum eindeutig vor Sicherheit. Irrsinn!

Alles in allem war diese Sternfahrt ein gelungener Event und ich habe einen schönen Tag mit netten Menschen verbracht. Dafür möchte ich den Organisatoren hier nochmal danken. Natürlich gibt es die ein oder andere Kleinigkeit, die man in Zukunft besser oder anders vorbereiten kann, ärgerlich auch, dass ausgerechnet zwei Tage vorher die Homepage der Veranstalter ausfällt, aber shit happens – es war ein schöner Tag. Man darf nicht vergessen, dass hier Leute eine Sternfahrt aus dem Nichts gestampft haben, deren Profession es ganz bestimmt nicht ist, Großveranstaltungen zu organisieren. Alle haben einen Beruf oder eine andere Aufgabe und opfern ihre Freizeit dafür, uns eine Freude zu machen. Und gegenüber so mancher unvorsichtig geäußerten Meinung: Sie sind niemandem Rechenschaft schuldig.

Gruppenbild

Die Organisatoren

Ein großer Teil der Kölner Fahrradblogger ist sich auf der zweiten und dritten Sternfahrt begegnet. Das hat Simon zum Anlass genommen, die Kölner Fahrradblogger unter dem Link: fahrradblogger.de zusammenzufassen. Auch Dir, Simon, vielen Dank.

Rücken

Rückennachrichten

Weitere Beiträge zur Sternfahrt:

Kölner Fahrrad Sternfahrt

Marcos Radfahren in Köln

Elmars Medienecken und wasihmindensinnkommt

Meine Südstadt

Zweierlei Maß

von Schnee bedeckter Radweg vor dem Kölner Polizeipräsidium

Schnee bedeckter Radweg vor dem Kölner Polizeipräsidium

Auf den Seiten der Stadt Köln finden sich unter Suchbegriffen wie „Schnee“ und „räumen“ vier maßgebliche Seiten, die sich diesem Thema diesen Winter widmen. Davon weisen lediglich zwei darauf hin, dass laut Satzung der Stadt Köln über die Straßenreinigung die Radwege ebenso wie die Gehwege zu räumen sind. Eine dieser Meldungen findet der Hauseigentümer, wenn er sich über Verkehr, zum Thema Radfahren in Köln, zu den Meldungen über Radverkehr durchgeklickt hat. – Aber wer macht das schon?! … mein Kompliment an das Büro des Fahrradbeauftragten: Sehr gut platziert!

Auch sprachlich sind diese Meldungen fraglich. Steht dort doch: „Auf jeden Fall sollte  der Radweg aber nicht zusätzlich mit Schnee vom Gehweg oder der Fahrbahn zugeschaufelt werden, damit Radfahrerinnen und Radfahrer auch bei winterlichen Verhältnissen die Radwege sicher nutzen können.“ und „Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer […] sollten 
allerdings darauf achten: dass die Radwege nicht mit dem Schnee des Gehweges zugeschaufelt werden.
“ So heißt es auf Wikipedia: „Der Konjunktiv II [hier: sollte] wird verwendet, um unmögliche und unwahrscheinliche Bedingungen oder Bedingungsfolgen zu benennen […]. Durch die Formulierung von Bedingungen und ihren Folgen lassen sich auch Vorstellungen und Wünsche, die wahrscheinlich nicht eintreten werden oder unmöglich sind, oder die Zweifel des Sprechers an bestimmten Sachverhalten zum Ausdruck bringen.“ – Jedenfalls entspricht das meinem Eindruck, Sprachwissenschaften hin oder her. Doch auch dem Bürger vermittelt die hier verwendete Möglichkeitsform nur, dass er die Wahl hat: Falls er den Radweg denn doch nicht räumt (das ist ja durchaus möglich, auf jeden Fall gängige Praxis), sollte er ihn nicht noch mehr zuschaufeln. Konsequenzen, die eine Verletzung der Räumpflicht mit sich bringen würde, werden nicht aufgezeigt!

Ungeräumter Radweg vor der Polizeiwache Kalk

Ungeräumter und vereister Radweg vor der Polizeiwache Kalk

Diesen Winter habe ich nicht ein einziges Mal erlebt, dass vor dem Kölner Polizeipräsidium, vor dem Sitz Straßen NRW Außenstelle Köln (die kümmern sich um das nordrhein-westfälische Straßennetz, sprich Autobahnen, Bundes und Landstraßen) oder z.B. der Polizeiwache Köln Kalk die Radwege geräumt wurden, während gleichzeitig Fahrbahnen und Gehwege akkurat von Schnee und Eis befreit waren.

Ich persönlich freue mich darüber, zeigt es doch, dass selbst Behörden, die sich mit Verkehrssicherheit auskennen sollten 😉 , nicht von der Notwendigkeit sogenannter Bordsteinradwege überzeugt sind! Ich habe es genossen legal und sicher auf der gut geräumten Fahrbahn unterwegs zu sein! Das Benutzen der ungeräumten Radwege war keinesfalls zumutbar!

Ungeräumter Radweg vor der Straßen.NRW Außenstelle NRW

Ungeräumter Radweg vor der Straßen.NRW Außenstelle Köln

Versuch und Irrtum – Zweiter Teil

     zum ersten Teil >

Der Alltag                       

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Polizeipräsidium Köln Kalk

Polizeipräsidium in Köln-Kalk

Ich hatte wirklich den Eindruck, dass die Polizei etwas verändern wollte – und wenn es auch nur professionelle Gründe waren, die sie zur Radverkehrsfreundlichkeit bewogen hatte. Der Druck, die Zahl der Verunglückten im Straßenverkehr zu dezimieren, scheint hoch zu sein. Das Ziel „Köln – sicherste Millionenstadt bis 2010“ wurde im letzten Jahr vorsorglich umformuliert zu „Köln – sicherste Stadtregion 2010“, „Zu diesem ehrgeizigen Ziel gehörte es auch, die Zahl der Verunglückten im Straßenverkehr um 30 Prozent zu senken.“ (Kölner Stadt Anzeiger, KStA.de 25.02.08). Polizeipräsident Steffenhagen hat schon mehrmals ein Scheitern angekündigt, weil insbesondere die Unfallzahlen nicht rückläufig sind. Die Schuld dafür schreibt der Kölner Stadtanzeiger den „schwachen“ Verkehrsteilnehmern zu: „Vor allem Radfahrer und Fußgänger haben dazu beigetragen, dass die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Personen gestiegen ist. Nur noch 40 Prozent der Verletzten sind Autoinsassen, der Rest sind Radfahrer (26 Prozent), Fußgänger (14), Mofafahrer (8), Motorradfahrer (6) oder Lastwagenfahrer (3).“ (KStA.de 25.02.08).

Nun würde niemand auf die Idee kommen, sich vor ein Auto zu werfen, um z.B. die Aktion Velo 2010 scheitern zu lassen. Meines Erachtens sind nach wie vor die schlechten Bedingungen und der mangelnde Respekt der Behörden gegenüber dem stetig steigenden Radverkehr für die hohen Unfallzahlen verantwortlich! Die Polizei hat sich da etwas vorgenommen, was sie mit ihren bisherigen Mitteln nicht bewältigen kann. Der Leiter der Direktion Verkehr in Köln, Polizeidirektor Helmut Simon, muss sich immer öfter zu Recht vorwerfen lassen, nur einseitig gegen Radfahrer vorzugehen. So war ich anfangs von der Pressemeldung der Polizei endlich „gefährliche Verhaltensweisen der Autofahrer gegenüber Radfahrern zu verdeutlichen“ positiv überrascht. Im Frühjahr 2006 hat der Polizeidirektor, Helmut Simon, gegenüber der FahrRad des ADFC 2/2006 schon einmal etwas versprochen: „Aber auch diejenigen, die mit ihren Autos Radwege zuparken, werden wir in Zusammenarbeit mit den Ordnungskräften der Stadt konsequent verfolgen.“ Was von diesen Lippenbekenntnissen zu halten ist, sollte ich direkt in den Tagen nach der Leverkusener Presseaktion erfahren!

Während die ProViDa-Fahrzeuge wieder über die Autobahn rollten, wurden die Schwerpunktkontrollen gegen Radfahrer unvermindert fortgesetzt. Mindestens die nächsten zwei Tage war via Radio Köln von entsprechenden Kontrollen in der Venloer Straße zu hören. Von einer konnte ich mich selbst überzeugen. Die Polizisten standen, wie so oft, hinter dem Fahrstuhl am Bahnhof West, wo ihnen Rotlichtsünder in der Regel reihenweise in die Falle gehen. Die nervenden und gefährlichen Falschfahrer allerdings erkennen die Polizeikontrolle rechtzeitig und können entsprechend reagieren. Keine zweihundert Meter weiter, noch im Sichtbereich der Polizei, befindet sich eine ungesicherte Baustelle mit hohem Gefährdungspotential. Keine Schleuse führt die Radfahrer rechtzeitig in den fließenden Verkehr, so dass die meisten kurzentschlossen den Fußweg ordnungswidrig benutzen.
An gleicher Stelle hatte ich schon einmal Polizisten angesprochen und sie gefragt, ob sie sich denn nicht albern vorkommen würden, hier den Radverkehr zu kontrollieren und zeigte ihnen in ihrem Sichtbereich zwei Baustellen auf dem Radweg, selbstverständlich nicht gesichert, zwei Fahrzeuge mit jeweils allen vier Rädern auf dem Radweg und ihren eigenen Streifenwagen, der den Radweg mindestens zur Hälfte blockierte. Während mir ein Polizist erklärte, dass er sich nicht albern vorkommen würde, er wäre dafür schlichtweg nicht zuständig, rückte sein Kollege wenigstens den Dienstwagen zur Seite. – Aber nachdem ich ihm das jetzt so gesagt hätte, würde er doch das Ordungsamt informieren – immerhin, dachte ich. Allerdings machte keiner auch nur Anstalten, das Diensthandy zu zücken oder die Leitstelle zu benachrichtigen. Zu dem Dienstwagenproblem fragte er mich noch, wie ich mir das denn vorstellen würde, hier wären ja keine Parkplätze, ob sie etwa zu Fuß kommen sollten? Ja, dachte ich, sagte dazu aber sicherheitshalber nichts, obwohl wir an einem S-Bahnhof und an einer U-Bahnstation mit ausreichenden Parkplätzen in der Umgebung standen. Polizisten sehen das offensichtlich anders. Den Hinweis auf das Dienstfahrrad konnte ich mir allerdings nicht verkneifen, dafür, erklärte er, hätte die Polizei kein Geld. – Das reichte mir. Kopfschüttelnd setzte ich meinen Weg auf der Fahrbahn fort, vorbei an den Baustellen und parkenden Autos auf dem Radweg.

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Schwerpunktkontrollen Radverkehr

oben: Schwerpunktkontrolle Fahrrad, unten: nur wenige Meter entfernt, eine ungesicherte Baustelle

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Mein nächstes Erlebnis: Ein Tag später, hinter dem Polizeipräsidium, Grundsteinlegung für das neue Nebengebäude. Vier Autos parken auf dem Radweg gegenüber dem nagelneuen Polizeiparkhaus, daneben steht ein uniformierter Polizist und plaudert mit zwei zivilen Kollegen. Freundlich frage ich, wie ich mit dieser Situation umzugehen habe. Ich soll weiterfahren, sagte er. Verzeihung? … fragte ich … ob er nichts gegen die Falschparker unternehmen möchte oder ob ich jetzt erst das Ordnungsamt her bemühen müsse, damit keine Radfahrer gefährdet werden. Was ich mache sei ihm egal, wir könnten darüber jetzt endlos diskutieren, er würde nichts unternehmen, die Fahrzeuge blieben da stehen und er sähe keine Gefährdung, da Radfahrer ja absteigen und vorbeischieben könnten. – Tja … da hat mich wieder mal mir nichts, dir nichts ein Polizist zum Idioten gemacht. Schon ein wenig beleidigt habe ich noch nach seinem Namen gefragt, um nicht ganz so doof dazustehen, aber ich wusste es, er wusste es, selbst wenn ich mich auf den Kopf stelle, wird das keine Konsequenzen für ihn haben und ich stand dann doch noch ein bisschen doofer da! 😉

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Radwegparken vor Polizeipräsidium

Zum Zeitpunkt des Fotos hatten sich wenigstens die zivilen Beamten einen legalen Parkplatz gesucht.

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Polizei parkt auf dem Radweg

Bis heute parken dort unbehelligt Fahrzeuge aller Art in unmittelbarer Nähe des neuen Polizeiparkhauses (zweites Bild) und dem Parkhaus der Kölnarkaden (drittes Bild).

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Der ein odere andere parkende Polizist macht es sich da einfacher, notfalls muss § 35 StVO herhalten und wenn nicht, wer soll sie kontrollieren oder gar einen Missbrauch nachweisen? Dem Kölner Ordnungsamt ist das zu heikel und eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Was § 35 StVO angeht, dazu habe ich Folgendes gefunden:

„Sonderrechte (§ 35 StVO)

Polizei, Bundesgrenzschutz, Zolldienst, Bundeswehr, Feuerwehr und Katastrophenschutz sind von den Vorschriften der StVo befreit, soweit das zur Erfüllung hoheitlicher Aufgaben dringend geboten ist. […] In Betracht kommen unter anderem Geschwindigkeitsübertretungen und Halte-und Parkverstöße. Dass es sich um eine Dienstfahrt handelt, genügt nicht. Dringend geboten im Sinne des Gestzes ist die Nutzung des Sonderrechts nur, wenn die konkret zu erfüllende öffentliche Aufgabe von erheblichem sachlichen Gewicht ist und sonst nicht ordnungsgemäß erfüllt werden könnte. Kann die Dienstaufgabe auch unter Beachtung der StVO erfüllt werden, besteht das Sonderrecht nicht.“  

Kettler, Dietmar; Recht für Radfahrer – Ein Rechtsberater; 2. überarbeitete und aktualisierte Auflage; Berlin, Rhombos, 2007 (ISBN 978-3-938807-99-6); S. 80

Das zitierte Buch möchte ich übrigens jedem nahe legen, der Rad fährt oder sich nur im Entferntesten mit Radverkehr beschäftigt. Dietmar Kettler erklärt darin die notwendigen Regeln klar und leicht verständlich. Recht für Radfahrer.

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Polizeiparken

Diese Fotos der letzten zwei bis drei Monate lassen ahnen, woher die Solidarität mit Falschparkern kommt. Von wegen § 35 StVO, Sonderrechte: Die Fahrzeuge standen vor allem am Präsidium, einmal neben der Wache Kalk, in einem Fall wurde vermutl. ein Unfall aufgenommen, auf dem vorletzten Bild fanden Fahrzeugkontrollen statt.

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Ein paar Tage später sah ich zum ersten Mal eine Fahrradstreife in Köln-Kalk. Mal wieder freute ich mich … allerdings zu früh. Als ich an den beiden vorbei ging konnte ich mich nicht beherrschen und teilte ihnen meine Freude mit! … Ich glaube, das hätte ich nicht tun sollen. Polizisten können sehr sensibel sein, und ich fürchte, es stand mir nicht zu, sie zu loben. Schließlich machen sie ihre Arbeit immer gleich gut. Sie wirkten etwas befremdet. Mein zweiter Fehler, ich fragte, ob sie denn gleichermaßen gegen Autofahrer wie gegen Radfahrer vorgehen würden. – Und ab da hatte sich das Gespräch eigentlich erledigt. Trotzdem habe ich dann noch viel von ihnen „gelernt“. Hier ein paar der bedenklichen Aussagen:

  1. Polizisten haben eigentlich immer Sonderrechte, auch wenn sie zum Brötchen holen auf dem Radweg parken, das bedingt im Zweifel ihr Dienst. – Ich habe die Dame gebeten, in ihrem Interesse das nochmal gründlich zu recherchieren.
  2. Die Polizei der Wache Kalk ist definitiv nicht für Falschparker zuständig, weil sie hier Kriminalität bekämpft. 
  3. Meine Frage, ob es in NRW nicht mehr Tote im Straßenverkehr als durch Kriminalität gäbe wurde nicht beantwortet. Ich sollte das den gehwegfahrenden Radlern erzählen, denen sie ein Knöllchen in der Kalker Hauptstraße geben wollten. –  …???
  4. Uniformierte Polizisten, die – vor ihrer Wache stehend – nicht tätig werden, während unmittelbar neben ihnen ein Parkverstoß begangen wird, der Fahrer sogar anwesend ist, dürfen wohl auch mal Mittagspause haben und müssen den Fahrer nicht von seinem Vorhaben abbringen. Es ist ja egal, was für einen Eindruck das bei dem falsch parkenden Bürger hinterlässt und dieser sich anschließend in seinem Fehlverhalten noch bestätigt fühlt.

O.k., ich will nicht weiter Erbsen zählen. Was mir wirklich Sorgen gemacht hat war, dass ich die beiden nochmal an das Versprechen von Polizeidirektor Simon erinnern wollte. Doch kaum hatte ich seinen Namen ausgesprochen, wurde ich jäh unterbrochen: „Was der macht, juckt mich auch nicht. Das ist eine andere Abteilung, der soll schön seinen Verkehr machen!“ – Ich habe mich freundlich verabschiedet und mir den letzten Satz notiert. Das Gespräch fand neben den beiden gehwegparkenden Fahrzeugen (siehe Foto unten) an der Kalker Kapelle statt. Die Parkvergehen blieben ungeahndet.

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Fahrradstreife in Kalk

Radstreife in Köln-Kalk, keine Zeit für Parkverstöße

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Was habe ich in dieser Woche gelernt?

Es gibt bei der Polizei eine Direktion Verkehr, die maßgeblich versucht, die Unfallzahlen zu senken. Die Verkehrssicherheitsberatung setzt sich – vor allem wegen der Mitgliedschaft bei Velo 2010 – insbesondere mit dem Radverkehr auseinander. Die Verkehrsüberwachung geht einseitig gegen Radfahrer vor und behindert gegebenenfalls noch den Radverkehr (Blog von Marco Laufenberg über Radfahren in Köln: Verkehrskontrolle!, Verkehrskontrolle, die nächste).

Keiner der Entscheidungsträger und Mitarbeiter fährt regelmäßig im Alltagsverkehr Fahrrad, deswegen scheint sich auch niemand wirklich mit den Belangen und Nöten der Radfahrer auszukennen. So erschließt sich ihnen auch nicht, dass die verfehlte vergangene und aktuelle Radverkehrspolitik Bedingungen geschaffen hat, die ein sicheres und regelkonformes Radfahren überhaupt nicht erlauben. Präventiv kann letztlich nur jemand tätig werden, der sich auskennt oder wenigstens denen zuhört, die es betrifft!

Die hilflosen Aktionen, mit denen die Polizei auf die zunehmenden Radverkehrsunfälle reagiert, zeugen von dieser Unwissenheit. Jedenfalls werden die Helmkampagnen und die diktierten Negativschlagzeilen der Boulevardpresse die Unfallzahlen nicht senken. Im Gegenteil, derartige Maßnahmen vergrößern die Kluft zwischen Polizei und Radfahrer und heizen die Stimmung zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern nur auf. Wenn Klingelkarten an Fahrräder gehängt werden, die zu einem vernünftigen Verkehrsverhalten auffordern, dann wäre es das Mindeste, entsprechende Scheibenwischerkarten an Kraftfahrzeuge zu hängen und Flyer an Fußgänger zu verteilen. Wir sind nämlich alle ein Teil des Straßenverkehrs. Und, ausnahmslos haben alle Gruppen ihre Rambos und Rowdies. Deswegen erwarte ich von der Polizei, dass sie sich endlich auf die Ebene der Fahrradfahrer begibt, um die schlechten Bedingungen des Kölner Radverkehrs selbst zu „erfahren“ und bei der Verbesserung mitzuarbeiten, aber vor allem, dass sie den Radverkehr nicht nur vom Schreibtisch aus beurteilt. Plakate mit der Anzahl der dort verunglückten Radfahrer an Unfallschwerpunkten aufzustellen, ohne von den Behörden deutliche bauliche Maßnahmen zur Entschärfung zu fordern, ist einfach nur zynisch! Ich erinnere noch einmal an die Verwaltungsvorschrift zu § 2 der StVO:

“Die Straßenverkehrsbehörde, die Straßenbaubehörde sowie die Polizei sind gehalten, bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Radverkehrsanlagen auf ihre Zweckmäßigkeit hin zu prüfen und den Zustand der Sonderwege zu überwachen. Erforderlichenfalls sind von der Straßenverkehrsbehörde sowie der Polizei bauliche Maßnahmen bei der Straßenbaubehörde anzuregen.” 

Die Polizisten, die dort sind, wo Radverkehr geschieht, scheinen ihn für ein lästiges Übel zu halten und „cruisen“ stattdessen auf Verbrecherjagd durch Köln. Von ihnen kann ich erfahrungsgemäß keine Unterstützung erwarten, im Gegenteil, sie parken zum Teil ja selber auf Radverkehrsanlagen und Fußwegen. Argumente helfen da wenig, zumal es sie ja „wenig juckt“, was die Verkehrsdirektion von sich gibt! Die wiederum versucht hilflos, die Zahlen mit umstrittenen Presseaktionen zu kaschieren. Und alle tragen sie dieselbe Uniform. 

Hauptkommissar Werth, Geschäftsführer des Expertenkreises Velo 2010, schlug mir vor, die Fahrer radwegparkender Fahrzeuge doch selbst anzuzeigen. Wenn diese Kapitulation der Beitrag der Polizei zu mehr Verkehrssicherheit sein soll – Na danke!

Mich hat diese Woche frustriert! Fazit: Man darf sich nicht freuen …

Links:

Versuch und Irrtum – Erster Teil

Polizei

Schön, wenn Sie auf unserer Seite sind„, so heißt ein Slogan auf einem Flyer der Kölner Polizei zum Thema unfallträchtigem Fehlverhalten von Radfahrern. Schön, wenn die Polizei auf unserer Seite wäre, denke ich, wenn ich die Aktionen der Polizei gegen die viel zu vielen Radverkehrsunfälle beobachte: Seien es die ständigen Schwerpunktkontrollen gegen Fahrradfahrer oder die zynischen Pressemitteilungen bei Radverkehrsunfällen. Da rollt ein LKW über den Brustkorb eines 22-jährigen jungen Mannes, der aufgrund seiner Verletzungen verstirbt und die Polizei stellt fest: „Der LKW-Fahrer war nach eigenen Angaben angeschnallt. Der Radfahrer trug keinen Fahrradhelm.“ (Velo 2010/Übersicht der schweren Fahrradunfälle: Tödlicher Verkehrsunfall eines Radfahrers im „Toten Winkel“ 19.08.2008, 15:31 Uhr, Köln-Braunsfeld, Aachener Straße/Militärringstraße).

Mir war bisher nicht eine Polizeiaktion für weniger Radverkehrsunfälle bekannt, die andere Verkehrsteilnehmer als Verursacher – außer den Radfahrern selber – mit einbezogen hätte.

Irgend jemand muss der Kölner Verkehrsdirektion jedoch mitgeteilt haben, dass ihre bisherigen Kampagnen und Kontrollen für mehr Sicherheit im Radverkehr in der Vergangenheit etwas einseitig ausfielen – vielleicht gab es auch sanften Druck von den „Experten“ des Expertenkreises Velo2010, nachdem der AStA ganz unerwartet ausgetreten war.
An einem Radweg in Uninähe entdeckte ich die Tage den Aufkleber „Zuviel Polizei“. Der Meinung war der AStA wohl auch: zuviel einseitige und unverhältnismäßige Kontrollen der Polizei und zu wenig positive Veränderungen durch die Behörden.

zuviel Polizei

Wie auch immer, die Polizei gab Mitte August via Pressemitteilung bekannt, erstmals die von der Autobahn bekannten ProViDa-Fahrzeuge einzusetzen, um Fehlverhalten von Autofahrern gegenüber Radfahrern aufzuzeichnen und eventuell zu verfolgen. Und am 18. August stellte die Kölner Verkehrsdirektion ihre Idee in Leverkusen der Presse vor.

Hauptkommissar Mario Lüth erklärte vor Ort den anwesenden lokalen Medienvertretern, dass es jetzt an der Zeit wäre, endlich deutlich zu machen, nicht nur gegen Radfahrer, sondern auch entschieden gegen das Fehlverhalten von Autofahrern vorzugehen.

Das hochmotorisierte zivile ProViDa-Fahrzeug parkte auf der Grünfläche innerhalb des Kreisverkehrs auf dem Berliner Platz in Leverkusen-Opladen. Die Besatzung filmte mit ihrer Videoanlage in die Düsseldorfer Straße hinein. Am südöstlichen Ende stand ein Anhalteposten – zwei Polizistinnen, dazwischen die Pressevertreter. So warteten wir darauf, dass endlich ein Radfahrer bedrängt wurde.
Wen wundert es nun, dass sich – angesichts von zeitweilig bis zu acht Beamten, davon fünf uniformiert, zwei lokalen Kamerateams, diversen Fotografen und Journalisten – die Autofahrer ganz besonders vorsichtig benahmen? Mir fiel ein rücksichtsloses Verhalten der meisten Autofahrer weniger auf als eine grottenschlechte gefährliche Verkehrsführung. Besonders tragisch ist, dass sowohl der Polizei als auch den Behörden der Berliner Platz als Unfallschwerpunkt bekannt ist. Die Polizei kontrolliert dort vermehrt und die Behörden stellen ein Schild auf, das diese Stelle als Unfallbrennpunkt ausweist. So entledigen sich die Behörden ihrer Verantwortung. – Ich halte das für unmöglich und fahrlässig, außerdem zynisch, nennt Leverkusen sich doch fahrradfreundlich!

In dem Blog der Initiative Cycleride weist Patrick Kaster auf die Verwaltungsvorschriften der Straßenverkehrsordnung hin:

„Man kann nur hoffen, dass es die Polizei in Köln diesmal wirklich ernst meint mehr für die Verkehrssicherheit zu tun! Dazu zählt aber neben der Überwachung aller Verkehrsteilnehmer auch die der zuständigen Behörden!

Denn:

“Die Straßenverkehrsbehörde, die Straßenbaubehörde sowie die Polizei sind gehalten, bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Radverkehrsanlagen auf ihre Zweckmäßigkeit hin zu prüfen und den Zustand der Sonderwege zu überwachen. Erforderlichenfalls sind von der Straßenverkehrsbehörde sowie der Polizei bauliche Maßnahmen bei der Straßenbaubehörde anzuregen.”

VwV-StVO, zu §2, Rn. 29″

Provida, Berliner Platz Leverkusen

Nach eigenen Meldungen geht die Polizei Köln „völlig neue Wege zur Verhinderung von Fahrradunfällen“. Ich habe mich wirklich gefreut, dass sie sich Fehler der Vergangenheit eingesteht und Alternativen sucht. Allerdings waren die Wege so neu, dass nicht einmal die Polizisten vor Ort einen Plan hatten. Nicht ein Kraftfahrzeugfahrer wollte in die Falle gehen. Die experimentieren hier tatsächlich vor den Augen und Ohren der Medien, dachte ich und ließ mir von Herrn Lüth bestätigen, diese Aktion sei tatsächlich eine Premiere ohne auch nur eines vorhergegangenen Tests. Die Idee 250 PS irgendwo parken zu lassen, um zufällig ein Vergehen im bewegten Verkehr zu erwischen, schien mir nun doch sehr unausgereift.

Mein Eindruck war, dass die anwesenden Polizisten ebenfalls nicht wirklich von dem Einsatz überzeugt waren und sie fielen in ihre alten Verhaltensmuster zurück: Am Ende des Radschutzstreifens, der sich spitz zum Bordstein hin verjüngte, unmittelbar neben dem Anhalteposten, parkte der Lieferwagen eines Paketdienstes im Halteverbot! Ich sprach die beiden Beamtinnen daraufhin fassungslos an. Abgesehen davon, dass ich von der Polizei die Duldung solcher Parkvergehen gewohnt bin, war es in diesem Fall doch besonders schädlich, da es sich hier ohnehin schon um einen Unfallschwerpunkt handelt. Ganz zu schweigen davon, dass hier gerade Maßnahmen gegen Radverkehrsunfälle der Presse vorgeführt werden. Ob sie denn wirklich nicht einschreiten wollten? Und das Übliche nahm seinen Lauf. Eine der Beamtinnen erklärte, schon leicht angefasst, der hätte eine Ausnahmegenemigung. – Von wem? Fragte ich. – Von uns! Wir blockieren schließlich die Stelle, wo er sonst parkt. Ansonsten solle ich mit Herrn Lüth sprechen. Dieser war noch im Interview, er erzählte mir anschließend etwas von Sonderrechten der Post, ein weiterer Kollege entgegnete wissend auf mein „aber …“:  „Sonderrechte, nicht Wegerechte“ … Mir hat es gereicht! Ich hatte keine weitere Lust mehr auf diese Art der Diskussion. – Zum Nachlesen: Sonderrechte auf Wikipedia, Sonderrecht Verkehrsportal, StVO §35 Sonderrechte. (Kurz: für private Paketdienste gibt es keine Sonderrechte! Warum sollte so einer nicht auch die paar Pakete mit einer Sackkarre zum legalen Parkplatz um die Ecke schieben können? Beim Falschparken legen ungewöhnlich viele Polizisten ein mir unverständliches Mitleid an den Tag.)

Duldung

Letztes und vorletztes Bild: Im Hintergrund wird ein Parkverstoß auf „Rad-Wegen“ geduldet.

Auf dem Berliner Platz schien es wenig dramatisch zu bleiben und die Polizei zog samt Presse kurzerhand in die Kaiserstraße, Ecke Hauptstraße um. Das ProViDa-Fahrzeug stand nun so, dass von dort gerade mal der Kreuzungsbereich zu beobachten war. Die PKW-Fahrer weigerten sich auch hier, den Fahrrädern zu nahe zu kommen. Irgendwann parkte endlich ein junger Mann auf dem Schutzstreifen, so dass WDR Lokalzeit und Center-TV halbwegs befriedigt mit ein paar Bildern nach Hause gehen konnten, auf denen ein Autofahrer gemaßregelt wurde. – Dafür benötigt man aber kein 250 PS starkes Spezialfahrzeug der Polizei. Das kann jeder Polizist auf der Straße, wenn er denn will.

Darüber hinaus konnte man sich insbesondere hier über den Sinn und Unsinn von Schutzstreifen Gedanken machen. Ich denke, folgende Fotos sprechen für sich!

Schutzstreifen

Ich gebe zu, an diesem Tag wäre es nicht schwer gewesen, dem ein oder anderen Radfahrer ein Fehlverhalten nachzuweisen. Aber, ist es denn nicht nachzuvollziehen, dass insbesondere unerfahrenere und schwächere Radfahrer, z.B. am Berliner Platz auf den vermeintlich sichereren Gehweg ausweichen, angesichts einer wenig überschaubaren Kreuzung, die noch per Schild ein erhöhtes Unfallrisiko für Radfahrer verspricht? Oder die Schutzstreifen auf der Hauptstraße, die erst Sicherheit bieten, wenn man sie rechts liegen lässt, da sie sich genau im Schwenkbereich der Türen von parkenden Autos befinden und ansonsten der einzuhaltende Mindestabstand von Kraftfahrzeugen höchstens durch die Dicke des Strichs definiert wird, mit dem der Schutzstreifen gezeichnet wurde? Die Wenigsten – und da möchte ich einige Polizisten, die mir bisher begegnet sind mit einbeziehen – kennen und verstehen das komplizierte Regelwerk der StVO für den Radverkehr.

Für mich machen solche Aktionen der Polizei daher erst dann Sinn, wenn Sie beginnen würde, auch die baulichen Gegebenheiten von Radverkehrsanlagen zu prüfen, zu kritisieren und die entsprechenden Behörden darüber zu informieren. Erst, wenn die Radverkehrsanlagen sicher und eindeutig sind, kann man beginnen, Fehlverhalten zu sanktionieren.

Leverkusen sollte erst der Auftakt einer Reihe von Aktionen bis Ende Oktober sein. Am 27. August wollte man die Aktion in Köln wiederholen!

Dazu ein kleiner Online-Pressespiegel:

Presseportal der Polizei
Lokalzeit Köln
Köln-Nachrichten
RP-online 1, 2

Bei meinem Text handelt es sich ausdrücklich um meine Sicht der Dinge! Ich bin Fahrradfahrer und somit von solchen Maßnahmen auch emotional betroffen, und es lässt sich für mich nicht immer vermeiden, gelegentlich etwas polemisch oder auch zynisch zu wirken. Ich hoffe, die Menschen in den verantwortlichen Behörden verzeihen mir dies. Wenn jemand etwas richtig stellen möchte oder einfach nur anderer Ansicht ist, hat er/sie unten die Möglichkeit, diesen Text zu kommentieren.

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