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Endlich …

... mit dem Radvergauf in Köln geht es Bergauf!

... mit dem Kölner Radverkehr geht es bergauf!

Denn sie wissen nicht, was sie tun …

Piktogramme

Piktogramme auf der Venloer Straße

Solange man im Kölner Amt für Straßen und Verkehrstechnik glaubt, dass Fahrräder so aussehen, wird die Polizei noch viele solcher „Mahnmale“ zeichnen müssen.

Straßenzeichnung Unfallaufnahme

Radverkehrsunfall vor einer Zufahrt des Stadthauses

Wachsender Radverkehrsanteil

Rechts vor Links und Radfahrer frei

Vorsprung durch Technik

Man kann den Kölner Verkehrsbehörden wirklich nicht nachsagen, sie wären nicht kreativ. Im Eigelsteinviertel versucht man offensichtlich, dem wachsenden Radverkehrsanteil mit modernen, bisher wenig erprobten Techniken habhaft zu werden. Leider ist mir nicht bekannt, ob sie zumindest an dieser Stelle erfolgreich sind!

Diese Schilderkombination gibt es wirklich, das ist keine Foto-montage!

Wer hat den „schwarzen Peter“?

Betonmischer übergibt die Verantwortung den Radfahrern

Dass nur behelmte Rennradfahrer die Gefahr neben LKW suchen, ist reine Interpretation des Designers

Eigentlich eine gute Idee, auch dem letzten merkbefreiten Radfahrer zu kommunizieren, dass LKW-Fahrer in ihrer Kabine nach hinten und zur Seite nahezu blind sind und viele der besonders schweren Unfälle (oftmals mit Todesfolge) beim Rechtsabbiegen von LKW passieren. Viel zu oft musste ich beobachten, wie Radfahrer LKW rechts überholten oder sich an Kreuzungen rechts von ihnen aufstellten. Auch wenn die Straßenverkehrsordnung (§ 5 StVO Abs. 8) ein rechtes Vorbeifahren an wartenden Fahrzeugen unter bestimmten Umständen erlaubt, man kann es nicht oft genug sagen, gilt für den Selbstschutz:

Radfahrer gehören ausschließlich in den Sichtbereich vor oder hinter andere Kraftfahrzeuge, niemals – und vor allem nicht bei LKW – rechts daneben!!! So ist auch hinter stehenden Fahrzeugen ein ausreichender Sicherheitsabstand einzuhalten, weil Fahrzeugführer oftmals unvermittelt rückwärts fahren und sich dabei häufig lediglich auf ihre Spiegel verlassen.

Dass rechtsabbiegende LKW in Kombination mit Radverkehr äußerst gefährlich sind und Behörden und Gesetzgeber sich hierzu bedeckt halten, weiß offensichtlich auch der Hersteller oder Ausrüster von Fahrmischern. Immer häufiger sieht man diese mit dem entsprechenden Schild bestückt. Obwohl die Problematik allen bekannt ist, scheint es umso unverständlicher, dass immer noch Radwege, Radstreifen oder Schutzstreifen gebaut oder angelegt werden, die ein Rechtsvorbeifahren am rechtsabbiegenden Kraftfahrzeugverkehr erlauben. Anstatt den innerstädtischen Verkehr zu entschleunigen und den Radverkehr mit dem Kraftfahrzeugverkehr auf einer gemeinsamen Fahrbahn zu führen, wird weiterhin auf eine strikte Revierabgrenzung gesetzt, und das auf Kosten der Gesundheit und des Lebens der Radfahrer.


Aktuell wurde in Köln auf der Straße „Burgmauer“ (s. Bild unten) ein neuer Radstreifen fertiggestellt. Bisher war es möglich, dort schnell und sicher voranzukommen. Jetzt müssen Radfahrer den Radstreifen benutzen und befinden sich – obwohl vorfahrtsberechtigt – rechts vom Rechtsabbiegerverkehr. Schon das erfordert von ihnen eigentlich eine erhöhte Aufmerksamkeit, doch weil sich viele vermeintlich sicherer fühlen, fahren sie entsprechend entspannter und unaufmerksamer. Der außerdem viel zu schmale Radstreifen ist mit einem Überholverbot gleichzusetzen, da der Gesetzgeber ein Verlassen des Sonderwegs nicht zulässt. Das bedeutet, man muss auf der ganzen Länge einem schwächeren Verkehrsteilnehmer womöglich in Schrittgeschwindigkeit hinterherfahren, und das, obwohl links zwei breite Fahrstreifen für den KFZ-Verkehr vorhanden sind! Überholt man trotzdem, begeht man nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern setzt sich einer erheblichen Gefahr aus. Darüber hinaus blockieren parkplatzsuchende KFZ-Führer den benutzungspflichtigen Weg beim Rangieren, beim Ein-/Aussteigen, beim Laden und Warten auf freie Parkplätze. Obwohl Köln einen Fahrradbeauftragten beschäftigt, sind solche Rückschritte Alltag!

Neuanlage eines Radstreifens in Köln, Burgmauer

Wider besseren Wissens wurde gerade ein Radstreifen in Köln neu angelegt (Burgmauer) ...

Meinen Erfahrungen gerecht werdend, endet der neue Radstreifen bevor er Anfängt: Typischer Kölner Radverkehrsanalphabetismus

... allerdings endet er, bevor er anfängt: Typischer Kölner Radverkehrsanalphabetismus

Jedenfalls geben Verwaltung und Straßenplaner derzeit ihre Verantwortung an die LKW-Fahrer ab, die ihrerseits ihre Verantwortung an die Radfahrer weitergeben. Und so wird es bleiben, wenn Rad- und LKW-Fahrer nicht endlich beginnen, den Verkehrsbehörden mächtig auf die Füße zu treten.
Und damit nicht genug, es wird sich sicher auch noch irgendwann, irgendwo ein Richter finden, der einem verunfallten Radfahrer eine Mitschuld aufbrummt, weil ein LKW-Fahrer aufgrund des Hinweisschildes aus der Verantwortung genommen wird. Nicht zu vergessen: Die Anzahl der tödlich verletzten LKW-Fahrer bei Unfällen mit Radfahrern geht gegen Null!
Allen meinen Überlegungen zum Trotz sollten wir Radfahrer vielleicht auch über den ein oder anderen Aufkleber nachdenken, wie er virtuell an meinem Oberrohr zu sehen ist: gut sichtbar für jeden LKW-Fahrer. 😉
Vorsicht beim Geradeausfahren

Vorschlag eines Aufklebers (Photomontage)

Bei wem auch immer die Verantwortung liegt, den „schwarzen Peter“ haben letzten Endes die Radfahrer. Dabei handelt es sich auch nicht um Bagatellen – was bei diesen Diskussionen gerne vergessen wird – wegen dieser „Unzulänglichkeiten“ sterben Menschen. Wenn nicht bald etwas passiert, werden die Warnschilder in Zukunft womöglich so aussehen!

Überfahrene Radfahrer

Anzahl der überfahrenen Radfahrer (Retusche)

Helm auf zum Gebet

RIP Velo2010 Radfahrer absteigen

Wenn auch viele behaupten, dass das Internetangebot von Velo2010 schon immer einer Baustelle glich, seit einigen Tagen ist es eineBaustelle transparent .

2005 initiierte der Kölner Polizeipräsident den sogenannten Expertenkreis VELO2010. Unter Federführung der Polizei steckte sich die elitäre Runde das Ziel, den Radverkehr bis zum Jahr 2010 sicherer zu gestalten. Dabei sollten alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt werden.

Nun heißt es also Abschied nehmen von einer ziemlich überflüssigen Internetpräsenz. Niemand ist wirklich traurig über den Verlust, haben die Verantwortlichen doch nichts weiter zustande gebracht, als ihre Zeigefinger zu heben: Böse Radfahrer! – haben sie gemeint – Helm tragen und gaaaaanz vorsichtig fahren! – haben sie gemahnt. Aber das wussten wir schon.
Sie haben an Unfallschwerpunkten Schilder aufgehängt, auf denen zu lesen war, wieviele Radfahrer dort bereits verunglückt sind. Dann haben sie die Schilder wieder abgehängt. Bestimmt ist jemandem aufgefallen, dass Radfahrer fragen könnten,  warum keine sicheren Radverkehrsanlagen gebaut werden, wenn die Verantwortlichen doch wissen, wie gefährlich es dort ist? 
Sichere Radverkehrsanlagen? Nein – wird jemand gesagt haben – das ist viel zu teuer, wie sollen wir das denn den Autofahrern erklären und wir wissen auch gar nicht, wie das geht  😥 … sollen die Radler doch lieber Helme tragen.  … Wenn dann keiner meckert, stellt der Fahrradbeauftragte auch ein paar Fahrradständer auf, das stört die Autofahrer nicht.

Nun wollen wir Radfahrer aber nicht alle Helme tragen und Verkehrssicherheit ist uns lieber als es uns Abstellanlagen sind. Das haben die Damen und Herren von Velo2010 möglicherweise auch festgestellt und arbeiten deswegen fleißig an einer neuen, viel schöneren Internetpräsenz, bei der die Radfahrer nicht sofort merken, dass weiterhin nichts getan wird … für den Radverkehr. Dafür kriegen die von Velo 2010 nämlich Preise. Die sind ja nicht auf den Kopf gefallen. Und Helme müssen sie auch nicht tragen, sie fahren ja kein Rad. 

Also warten wir ab, was da so kommen mag.

www.velo2010.de