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Fahrradsternfahrt in Köln en miniature (1:32)

TS-Sternfahrt

Fahrradsternfahrt in Köln

So ist das!

Sterngefahren – Die 3. Kölner Fahrradsternfahrt

Fahrradsternfahrt Köln 2010

Fahrradsternfahrt Köln 2010

Perfektes Fahrradwetter, viele gut gelaunte Menschen auf bunten und verschiedensten Fahrrädern: Fahrräder aus Aluminium, Stahl und/oder Carbon, zum Liegen, zum Sitzen, heraus-geputzt, verrostet, groß, klein, Leichtlauf- oder Lastenrad, gebastelt, gekauft, mit kleinen oder mit großen Rädern, verkleidet, drahtig, alt, neu, schwer, leicht, bunt, farbig, schwarz, weiß, konservativ, cool, kultig oder modern. Ein facettenreicher Mix aus individuellen Menschen, mit ihren individuellen Rädern. Toll!

Ideale Voraussetzungen also, um in Köln gemeinsam eine Fahrradsternfahrt zu zelebrieren und sich über die verschiedensten Themen auszutauschen und zu fachsimpeln: Wie schwer, wie leicht, wie teuer? Schwitzt man unter der Vollverkleidung nicht furchtbar? Ach, Merinowolle hilft da? Warum darf man auf dem Prana niemanden mitnehmen? Kommst Du auch auf die Critical Mass? Darf man hier tatsächlich nicht weiter fahren? Wann muss ich nochmal den Radweg benutzen? „Ich heiße Arne und blogge ‚radgefahren'“ – „Weiß ich … ich bin doch Holger … aus Bergisch-Gladbach und blogge auch!“ – Themen gab es ohne Unterlass und wer wollte, ist einfach nur dahin gerollt und hat das schöne Wetter und die Sicherheit der großen Gruppe genossen. Von der Polizei vor verunsicherten Autofahrern beschützt, durften wir auf den guten, gepflegten und sicheren Fahrbahnen dahingleiten, nachdem wir unseren Polizisten noch freundlich darauf hinweisen mussten, wie wichtig es für unsere Demonstration ist, die Fahrbahn benutzen zu dürfen. Er hat unser Anliegen verstanden und ich danke ihm dafür, dass er trotz seiner Vorbehalte unsere Wünsche berücksichtigt hat. Ich habe schon so viele sture Polizisten erlebt, dieser war eine positive Ausnahme und ich habe mir nicht mal seinen Namen gemerkt. Alles in allem hat die Polizei auch dieses Jahr wieder dafür gesorgt, dass alle wohlbehalten ihr Ziel erreicht haben. Und ich träume von einer Welt in der man die Fahrbahn benutzen darf, ohne die Hilfe zweier und später unzähliger motorisierter Polizisten in Anspruch nehmen zu müssen. Überhaupt hat sich die Polizei eine gute Möglichkeit entgehen lassen, sich mit den Radfahrern auszutauschen. Nicht ein Fahrradpolizist hat sich auf der Sternfahrt gezeigt. Ich weiß, dass so was gut ankommen würde. Viele Bürger und leider auch Polizisten sind in Sachen Radverkehr so rechtsunsicher, dass man hier hätte viel von einander lernen können. Die Polizei wäre den Bürgern weitaus näher gewesen, als mit dem kargen Pavillon auf der Abschlussveranstaltung am Neumarkt. Die Strecken sind so gewählt, dass sogar Verkehrsdirektoren und Polizeipräsidenten ihre Freude daran gehabt hätten. Das Gleiche gilt für das Amt für Straßen und Verkehrstechnik. Unser Fahrradbeauftragter, Jürgen Möllers, hat jetzt schon die zweite Fahrradmesse und die dritte Sternfahrt links liegen lassen. Im Urlaub sei er, hieß es, wie jedes Mal. Nicht, dass ich ihm seinen Urlaub nicht gönne, aber etwas Herzblut sollte man doch gerade von einem Fahrradbeauftragten erwarten können. Sind die Veranstaltungen doch mal im Juni und mal im September, da muss man sich schon bemühen, die entsprechenden Termine zu treffen. „Mut zur Lücke“ scheint die Devise nicht nur für ein sicheres, geschlossenes und brauchbares Radverkehrsnetz im Amt für Straßen und Verkehrstechnik zu sein.

Grandios, und dafür möchte ich mich ausdrücklich bei den Organisatoren bedanken, war die gemeinsame Schlussrundfahrt mit allen Teilnehmern und allen Gruppen aus den verschiedenen Stadtteilen. Nachdem die einzelnen Stadtteilgruppen sich am Rudolfplatz vereint hatten, sind wir alle gemeinsam durch weitere Bereiche der Innenstadt gefahren. Das war richtig toll und wir waren richtig viele und ich habe nie das Ende unseres Corsos gesehen. Das war ein schönes Erlebnis und ich habe mich gefragt, wo sind die bloß alle, wenn ich mit dem Rad in der Stadt bin?

Elfie Scho-Antwerpes

Elfi Scho-Antwerpes mit einem mysteriösen Manuskript in der Hand

Elfi Scho-Antwerpes, die wohl selbst ernannte Fahrradbürger-meisterin, wurde dieses Jahr zur Schirmherrin der Fahrradsternfahrt auserkoren. Sie hat die erste Rede, nach der Begrüßung durch Werner Rohleff, gehalten.

Deutlich zu spüren war, dass eine Frau redet, die zwar vielfältig sozial engagiert ist, von Radverkehr aber wenig versteht oder gar verinnerlicht hat. Ihre Rede hört sich souffliert und nicht selbst „erfahren“ an. Auch auf den Seiten der Stadt Köln ist Radverkehr nicht das, womit man Frau Scho-Antwerpes  wohl in Verbindung bringen soll.

Gestern Morgen habe ich beim Amtsleiter der Bürgermeisterin nachgefragt, ob es möglich wäre, die Rede von Frau Scho-Antwerpes in schriftlicher Form zu bekommen. Er antwortete mir knapp, dass Frau Scho-Antwerpes „frei“ und ohne Redemanuskript gesprochen hätte. – Die Antwort habe ich verstanden, und was Frau Scho-Antwerpes oben auf dem Bild in der Hand hält, ist dann wohl eine Fahrradluftpumpe!?

Jedenfalls fordert die Bürgermeisterin am Schluss ihrer Rede „konkret unter anderem“:

Eindeutige und sichere Radverkehrsführung.
Beseitigung zahlreicher Gefahrenquellen.
Schaffung kurzer und direkter Wege.
Mehr Platz für Radfahrer.
Mehr Fahrradschutzstreifen auf der Straße.
Mehr Fahrradabstellplätze.

Für diese Ziele lohnt es sich, in die Pedale zu treten.
Setzen wir uns alle dafür ein.
Damit Köln noch fahrradfreundlicher wird.

Auf den ersten Blick ist das nicht weiter verwerflich, zeigt aber, dass eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Radverkehr nicht stattgefunden hat. Die ersten drei Punkte wären erledigt, würde Radverkehr auf der Fahrbahn mit einem entschleunigten Kraftfahrzeugverkehr stattfinden. Das ist aktueller Stand der Technik, wird aber von Kölner Behörden ignoriert und offensichtlich von Fahrradbürgermeisterinnen nicht wahrgenommen.

Wie gut das funktionieren könnte, zeigt die U-Bahnbaustelle zwischen Heumarkt und Neumarkt. Dort fahren alte wie junge Radler, jetzt schon seit Jahren, gemeinsam und entsprechend langsam, meines Wissens bis heute unfallfrei, auf einer stark verkehrsbelasteten Straße. Zugegeben, dort ist es aus verschiedenen Gründen nicht sonderlich attraktiv, trotzdem zeigt es, dass ein entschleunigtes gefahrloses Miteinander möglich ist.

„Mehr Platz für Radfahrer und Schutzstreifen“ hört sich nach den alten Separierungsfehlern der Vergangenheit an. Schutzstreifen, dort wo sie in Köln angelegt werden, sind für den Radverkehr wenig brauchbar. Werden sie doch vornehmlich auf Einkaufsstraßen mit hohem Parkdruck und entsprechender Kfz-Fluktuation angelegt. Wenn sie nicht zugeparkt sind, sind sie zu schmal und/oder zu  nah an den regulär parkenden Fahrzeugen, damit genau im Schwenkbereich der Autotüren und generieren somit neue Gefahren. Wo Autofahrer vorher einfach dahinter geblieben sind oder wenigstens versucht haben, den angemessenen Abstand beim Überholen einzuhalten, muss jetzt die dünne Linie herhalten. Der Schutzstreifen ermutigt Autofahrer zum viel zu knappen Überholen. Hinter der Linie ist für sie hinter der Linie, auch wenn es sich nur um wenige Zentimeter handelt.  Dass Schutzstreifen von den Bürgern als Allheilmittel angesehen werden, liegt daran, dass Behörden, liebenswerte Fahrradbürgermeisterinnen und sogar der Kölner ADFC ständig und immerfort dieses kleinere Übel propagieren, anstatt sich mutig mit der Autolobby auseinander zusetzen.

An reinen Fahrrdstraßen und -trassen wäre im übrigen nichts aus-zusetzen! Eine Stadt, die sich eine feudale Treppe in den Rhein (?!?) leisten kann, muss doch ein paar Cent für die Sicherheit von Radfahrern übrig haben.

Wie auch immer,  jetzt sollen wir in die Pedale treten, damit Köln NOCH fahrradfreundlicher wird? Das müsste es dann allerdings erst einmal im Ansatz sein. Und das üben die Behörden noch. – Ich hasse diese Floskeln!

Wer, wenn nicht eine Bürgermeisterin, wäre in der Lage, handfeste Fakten zu schaffen? – Im Amt für Straßen und Verkehrstechnik erklärte man mir, dass man von den Missständen durchaus wüsste, wenn aber die Politik nichts fordere, würden sie nichts ändern. Bitte Frau Scho-Antwerpes: Ihre Baustellen, Ihre Behörden.

Hans-Georg Kleinmann

Hans-Georg Kleinmann

Erfrischend war dagegen die entschlossene Rede von Hans-Georg Kleinmann. Als jahrelanger Aktiver u.a. in der Autofreien Autoarmen Siedlung 😉 und dem VCD (Verkehrs Club Deutschland) weiß er, wovon er redet und wie er die Arbeit der Behörden einzuschätzen hat. Vor allem weiß er aber, wie er moderne und für den Bürger neue und ungewöhnliche Vorschläge umsichtig und überzeugend näher bringt. Seine Rede hat er selbst in den entsprechenden Bericht auf Marcos Seiten (radfahren-in-koeln.de – Mit dem Fahrrad in und um Köln) eingestellt und kurz kommentiert. Dem ist von meiner Seite aus nichts mehr hinzuzufügen, außer dass es mir schwer fällt, die Maßnahmen der Stadtverwaltung in der Vergangenheit als fahrradförderlich anzuerkennen. Ich denke, das war von Hans-Georg Kleinmann auch nur ein rhetorischer Schachzug. 😉

Eigelstein - Hastig für Radfahrer im Gegenverkehr freigegebene Einbahnstraße

Zum Beispiel Eigelstein - Hastig für Radfahrer im Gegenverkehr freigegebene Einbahnstraße. Dafür gibt es von mir keine Anerkennung. Hier geht Parkraum eindeutig vor Sicherheit. Irrsinn!

Alles in allem war diese Sternfahrt ein gelungener Event und ich habe einen schönen Tag mit netten Menschen verbracht. Dafür möchte ich den Organisatoren hier nochmal danken. Natürlich gibt es die ein oder andere Kleinigkeit, die man in Zukunft besser oder anders vorbereiten kann, ärgerlich auch, dass ausgerechnet zwei Tage vorher die Homepage der Veranstalter ausfällt, aber shit happens – es war ein schöner Tag. Man darf nicht vergessen, dass hier Leute eine Sternfahrt aus dem Nichts gestampft haben, deren Profession es ganz bestimmt nicht ist, Großveranstaltungen zu organisieren. Alle haben einen Beruf oder eine andere Aufgabe und opfern ihre Freizeit dafür, uns eine Freude zu machen. Und gegenüber so mancher unvorsichtig geäußerten Meinung: Sie sind niemandem Rechenschaft schuldig.

Gruppenbild

Die Organisatoren

Ein großer Teil der Kölner Fahrradblogger ist sich auf der zweiten und dritten Sternfahrt begegnet. Das hat Simon zum Anlass genommen, die Kölner Fahrradblogger unter dem Link: fahrradblogger.de zusammenzufassen. Auch Dir, Simon, vielen Dank.

Rücken

Rückennachrichten

Weitere Beiträge zur Sternfahrt:

Kölner Fahrrad Sternfahrt

Marcos Radfahren in Köln

Elmars Medienecken und wasihmindensinnkommt

Meine Südstadt

Rund um Köln 2009

Jedermann-Rennen, Rund um Köln 2009, Schmitzebud

Jedermann-Rennen, Rund um Köln 2009, Schmitzebud
 

Das lassen sie sich bis zu 50 Euro Startgebühr kosten: Einmal legal auf der Fahrbahn fahren, wo es ansonsten, wegen der Radwegbe-nutzungspflicht, nur über Stock und Stein geht. Über 3000 Rad-fahrer nahmen Ostermontag am sogenannten Jedermann-Rennen
rund um Kölns Osten teil.
Am Nachmittag starteten die Profis. – Und hätten mich nicht mindestens drei Streifenwagen darauf hingewiesen, dass es sich um ein Radrennen handelt, ich wäre dem Irrtum erlegen, einer Rallye zuzusehen. Tatsächlich konnte man schließlich auch zwischen den motorisierten Fahrzeugen eine Handvoll Radfahrer ausfindig machen.  
   
Rund um Köln 2009, Schmitzebud

Rund um Köln 2009, Begleitfahrzeuge

Dagegen kostenlos, aber ebenso jenseits der Radwege, sind am 21.06.2009 alle zur zweiten Kölner Fahrradsternfahrt einge-laden. Und weil jeder Radfahrer ohnehin ein Gewinner ist, braucht man sich auch nicht beeilen, sondern kann während der Fahrt einfach mit Gleichgesinnten über die Welt und Kölner Radverkehrs-politik plaudern. Spaß, Fitness und die besondere Aufmerksamkeit der Automobilisten, deren Wege wir ganz und gar für uns haben werden, entlohnen jeden einzelnen Teilnehmer. Es gibt voraus-sichtlich zehn Startpunkte und ein Ziel, der Roncalliplatz, auf dem etwas Animation und die Abschlusskundgebung stattfinden sollen.

www.koelner-fahrrad-sternfahrt.de
                                                 

Sterngefahren

Erste Kölner Fahrrad Sternfahrt – Eindrücke

1. Kölner Fahrrad Sternfahrt

Am letzten Sonntag, den 15. Juni fand die erste Kölner Fahrrad Sternfahrt statt. Meine Befürchtung, dass wir in Leverkusen mit drei, vier Leuten starten werden, hat sich zu meiner Freude nicht erfüllt. Gegen vierzehn Uhr war ein ansehnliches Grüppchen zusammen gekommen und wir starteten mit Polizeieskorte Richtung Kölner Dom. – Autofahrer geraten immer noch in Panik, wenn sie mehr als fünf Radfahrern in einer Gruppe begegnen und neigen dann zu unberechenbarem Verhalten. Dank des vorbildlichen Polizeieinsatzes ist niemandem etwas passiert. Mindestens die Sternfahrer aus Weiden sind zusätzlich auch von einem Fahrrad-Polizisten begleitet worden. Ein positives Zeichen seitens der Polizei, davon darf es mehr geben!

Die Strecke, die wir fuhren – direkt am Rhein entlang – war durchaus touristisch interessant, aber weit weg von dem, was eine Sternfahrt erreichen will – nämlich Aufmerksamkeit. Kurzum – der Leverkusener Weg war ein netter Ausflug mit vielen netten anderen Radlern, aber definitiv keine Demonstration für mehr Radverkehr! Erst, als wir uns in Mülheim und später noch in Deutz mit anderen Gruppen trafen und dort fast komplett die Deutzer Brücke vereinnahmten, waren wir als Teil einer Sternfahrt wahrzunehmen.

Zur Abschlusskundgebung auf dem Roncalliplatz kamen noch zwei weitere Gruppen hinzu, so dass sich laut Veranstalter ca. 300 Teilnehmer unter dem Dom versammelten. Durch die liebenswerte Idee, die Räder der verschiedenen Gruppen mit jeweils einer Luftballonfarbe zu markieren, konnte man den einzelnen Radler ungefähr seinem Stadtteil zuordnen.

Schade, dass auf der Abschlusskundgebung wieder mal so pauschal und undifferenziert Radschutzstreifen und -wege gefordert wurden. Wir müssen uns heute noch mit Radwegen rumschlagen, die unsere Eltern in den Siebzigern haben wollten. Lasst uns nicht die gleichen Fehler wieder machen! Um Radverkehr zu gestalten, braucht es mehr, als die Radfahrer lediglich zur Seite zu drängen.

Vermisst habe ich Ansprechpartner aus Politik, Verwaltung, Vertreter von Polizei und Velo 2010 und einen Fahrradbeauftragten. Ich weiß nicht, ob sie vom Veranstalter gewünscht waren bzw. eingeladen wurden, aber ich denke, da haben sich welche eine Chance entgehen lassen. Kommunikation ist alles!

Was diese Premiere angeht, alles in allem war sie natürlich ohne Zweifel gelungen. Ich hätte nicht zu hoffen gewagt, dass immerhin so viele kommen, auch wenn die Hamburger und Berliner jetzt schmunzeln. Nächstes Mal kommen nämlich tausendmal soviel und dann haben wir sie eingeholt. 😉

Ich freue mich auf das nächste Jahr, wenn wir wenigstens zehnmal so viele sein werden! 😉 Vielen, vielen Dank an den Initiator, die Veranstalter, Mitarbeiter und Helfer.

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