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Cycolonia – So war’s

Sonntag vor etwa zwei Wochen endete die zweite Cycolonia. Die liebenswerte Fahrradpublikumsmesse hatte weitaus mehr zu bieten, als ich hier darstellen kann. Ich habe schlichtweg nicht alles geschafft, denn ich hatte meine ganz persönlichen Schwerpunkte.  

  

zur Cycolonia

Anfahrt Cycolonia

Klein und unscheinbar wirkt das Olympiamuseum, betrachtet man es von Deutz aus. Neben den ganzen Neubauten ist es kaum noch wahrzunehmen. Das traumhafte Wetter lockte eher zum Ausflug als auf eine Messe. Doch ich wollte auf keinen Fall die Cycolonia versäumen. 

Cycolonia Banner

Cycolonia Banner

Wie zu erwarten hat das Büro des Fahrradbeauftragten es dieses Jahr wieder nicht geschafft, die Zufahrt über die Drehbrücke für Radfahrer freigeben zu lassen. Schade. Auch die Fahrradparkplätze waren rar und nicht bewacht. Allerdings präsentierten sich auf der Straße vor dem Olympiamuseum zahlreiche Aussteller, unter deren Augen wohl kaum ein Dieb schweres Gerät angewandt hätte. 

Eingangsbereich

Eingangsbereich

Cycolonia Testparcours

Cycolonia Testparcours

Hinter den Gebäuden stellten die Veranstalter einen Testparcours zur Verfügung, auf denen die Ausstellungsstücke auf einem kleinen Rundkurs direkt ausprobiert werden konnten. Was der Gesetzgeber bisher nicht geschafft hat: Hier war leider der Helm Pflicht, ob er passt oder nicht. ;-)  

Helmpflicht auf der Cycolonia

Helmpflicht auf der Cycolonia

Jürgen Roters, der Kölner Oberbürgermeister, übernahm die Schirmherrschaft der Cycolonia 2011 und glänzte durch Abwesenheit. Die Eröffnungsrede hielt Bürgermeister Manfred Wolf. Sicher eine Frage der Priorität. Es gibt Gerüchte, dass Roters seit den sogenannten Veedelstouren im Wahlkampf nie wieder auf einem Fahrrad gesichtet wurde. Die unmittelbar folgende Diskussionsrunde über Kölner Radverkehrspolitik hat auch Manfred Wolf nicht weiter interessiert. Nach fünf Minuten war er weg … 

Manfred Wolf, Kölner Bürgermeister

Kölner Bürgermeister Manfred Wolf

… obwohl es hätte spannend werden können: Stephan Behrendt (ADFC), Jürgen Möllers (Fahrradbeauftragter der Stadt Köln und Vorstandsteam VCD Köln), Hans-Georg Kleinmann (Fahrradsternfahrt Köln und Vorstandsteam VCD Köln) und Ralph Herbertz (Vorstandsteam VCD Köln) sollten laut Programm in einer lebendigen Diskussion Rede und Antwort stehen. Dass es nicht sehr kontrovers zugehen würde, war zu erwarten. Bis auf Stephan Behrendt kommen die anderen drei Teilnehmer, einschließlich des Fahrradbeauftragten, aus dem gleichen Haus, dem Vorstandsteam des Kölner VCD

Cycolonia Radverkehrspolitik

Von links nach rechts: Stephan Behrendt (ADFC), Jürgen Möllers (Fahrradbeauftragter), Hartmut Fiebig (Moderator, Cycolonia), Hans-Georg Kleinmann (Fahrradsternfahrt Köln), Ralph Herbertz (VCD)

Was mich insbesondere interessierte war, wie sich der Fahrradbeauftragte präsentieren wird, hatte ich seinerzeit große Hoffnung in sein Amt gesetzt. 

Die Kommunikation zwischen ihm und Menschen, die konkrete Vorstellungen von Radverkehr haben, hat sich in der Vergangenheit als schwierig dargestellt. Die Radverkehrssituation “schönzureden”, ist vielleicht bei seinem Amtsleiter, Klaus Harzendorf, willkommen,  für Alltagsradler allerdings ist das keine adäquate Lösung. Auf der Cycolonia stellte unser Fahrradbeauftragter sich und seine Aufgaben vor, nämlich “den schwierigen Spagat hinzubekommen zwischen Service, Öffentlichkeitsarbeit, was die Bürgerinnen und Bürger der Stadt wollen, was sie erwarten und das halt in der Verwaltung zu koordinieren, voran zu bringen und die entsprechenden Dienststellen und uns selber dazu zu bewegen immer mehr für den Radverkehr zu machen. Das ist so ungefähr das ganze Spektrum, was ein Fahrradbeauftragter abdeckt, d.h. Ansprechpartner letztendlich für alle Themen rund um Fahrrad fahren in Köln.” – Nichtsdestotrotz hat meiner Meinung nach der Fahrradbeauftragte eher Schwierigkeiten, den Spagat zu bewältigen zwischen der Kommunikation mit Bürgern, die ein Anliegen jenseits von “Straße fegen” haben und dem, was in der Verwaltung tatsächlich möglich ist, nämlich so gut wie nichts. Von der Umsetzung eines Bürgerbegehrens bzw. einer Mängelinformation bis zur Mängelbeseitigung will ich gar nicht reden. In der aktuellen “FahrRad” 01/2011 vom Kölner ADFC und in den Kölner Fahrradblogs sind einige dieser traurigen Beispiele nachzulesen.

Dabei kommuniziert Möllers keinen Unsinn, alles ist durchweg brauch- und nachvollziehbar, vorausgesetzt es wird nicht konkret. Dann geht plötzlich nichts mehr. Dann wird die Transparenz, die er neuerdings kommuniziert so blickdicht wie die Strumpfhose meiner Großmutter. 

Was nutzt unserer Stadt ein Fahrradbeauftragter, der zwar dem Leiter des Amts für Straßen und Verkehrstechnik gefällig ist, nicht aber dem Bürger? 

Zum Beispiel erscheint beinahe nach jeder aufgestellten Haarnadel (Kölner Fahrradabstellpfosten) eine Pressemeldung. – Allein durch das Bereitstellen von mehr Fahrradabstellanlagen wird Radfahren in Köln aber nicht sicherer. – Doch diese Pressemeldungen lesen sich so wunderbar und haben vor allem keine Konsequenzen für den Kraftfahrzeugverkehr.  :roll:  

Und auf Kölns Straßen sterben Fahrradfahrer. – 2010 über dreieinhalbmal soviel, im Verhältnis zu den Einwohnern, wie in der gleichen Zeit in Berlin. Stadt und Polizei sorgen bei der Veröffentlichung entsprechender Unfallzahlen dafür, dass der Verdacht nicht auf die Behörden und deren unzulängliche Radverkehrsanlagen fällt, im Zweifel sind die Radfahrer selber schuld: Sie tragen keinen Helm und fahren bei Rot über die Straße, schrieb der Kölner Stadtanzeiger nach der Veröffentlichung der Unfallzahlen durch die Polizei. 

Nachdenkliches

Flugblatt auf der Cycolonia: Bittere Wahrheit!

Damit wären wir beim nächsten Programmpunkt, der Verkehrssicherheitsberatung. Frank Regge vom Beleuchtungshersteller “Busch & Müller” sowie Polizeioberkommissar Joachim Schalke, Verkehrssicherheitsberatung und Prävention bei der Polizei Köln, teilten uns ihre Erfahrungen mit. 

Cycolonia Verkehrssicherheitsberatung

Cycolonia Verkehrssicherheitsberatung

Frank Regge stellte das Tagfahrlicht von “Busch & Müller” vor, dazu erklärte Herr Schalke auf Nachfrage, dass es zwar den ein oder anderen Polizisten gäbe, der froh wäre, wenn Radfahrer überhaupt ein funktionierendes Licht am Rad hätten und sei es nur Batteriebeleuchtung, man aber insbesondere bei Schwerpunktkontrollen davon ausgehen muss, dass Polizisten durchaus jede Form von unzulänglicher Beleuchtung kontrollieren und bei Beanstandungen ahnden würden. 

So ist das mit den Regeln. Und die Polizei hat da einen ganz klaren Auftrag. Obwohl eigentlich bekannt ist, dass unzulässige Beleuchtung seltenst unfallursächlich ist. Polizeihauptkommissar Karsten Witt, Leiter einer Polizeiwache in der Nähe von Lübeck, hat drei Jahre lang Fahrradunfälle analysiert und kam zu dem Schluss: “Das Fahren ohne Licht spiele für das Unfallgeschehen kaum eine Rolle, ‘das ist nur ein gefühltes Problem.’” (Lübecker Nachrichten-Online/Lokales vom 14.11.2010) 

Frank Regge ergänzte dann – und das wird leider sehr häufig vergessen – komme es doch einmal zu einem Unfall, bei dem die Beleuchtung vielleicht nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben könnte, könnte ein eventueller Beleuchtungsmangel durchaus unabsehbare zivilrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. 

Leider hat Herr Schalke das leidige Helmthema nicht außen vor gelassen. Wohlwollend unterstelle ich ihm, dass es sich dabei um einen dienstlichen Auftrag handelte. Allerdings habe ich ihn selbst noch nie “oben ohne” gesehen – ist er wohl doch ein Überzeugungstäter? ;-) Jedenfalls hat er versucht, an einem Beispiel aus dem realen Kölner Unfallgeschehen zu belegen, wozu ein Helm in der Lage sein kann. Das gelang ihm immerhin durchaus sensibel und ohne erhobenen Zeigefinger. Und in dem genannten Fall mag der Helm seinen Träger tatsächlich auch vor schlimmeren Verletzungen bewahrt haben. 

Alles in allem überzeugte Polizeioberkommissar Schalke vor allem aber dadurch, die Gründe für das recht hohe Unfallgeschehen nicht alleine bei Radfahrern zu suchen. Anhand einer Unfallschwerpunktkarte und einer recht anschaulichen Grafik zum Prinzip Radweg verdeutlichte er, dass auch behördenseitig einiges durch intelligente Verkehrstechnik zur Unfallprävention getan werden könnte und hier der Bürger dringend gefordert sei, sein Anliegen der Politik und Verwaltung zuzutragen. 

Toplight Line Plus

Toplight Line Plus in der Batterieversion

Eine Neuheit stellte mir Frank Regge später an seinem Stand von “Busch & Müller” vor. Ende April kommt das Toplight Line Plus als Batterieversion auf den Markt. Das Rücklicht soll es in den Varianten Permanent und Senso geben. Genau das Richtige für meine Anhängerbox. Der Pressedienst Fahrrad hat es bereits vorgestellt. 

Kunst und Tuning

Kunst und Tuning

Die Designer vom Team Tentakulus, Oliver Bauer von Cycoholic und Eduard Maier von der Veloküche stellten in der Rubrik Kunst und Design ihre Arbeiten vor. 

Fahrraddesign

Team Tentakulus mit Moderator Hartmut Fiebig

Eduard Maier von der „Veloküche”

Eduard Maier von der „Veloküche”

Cool, vor der Messe führte Eduard Maier sein Tallbike vor. Paul und interessierte Besucher durften probesitzen- oder fahren. 

Velopolo, Bikepolo, Cyclepolo

Velopolo, Bikepolo, Cyclepolo

Auf dem Dach gab es wie im letzten Jahr ein spannendes Bikepolo-Turnier. Das schreit nach Mitmachen: In Köln scheint sich schon eine beachtenswerte Szene etabliert zu haben: Bikepolo Cologne

Velopolo, Bikepolo, Cyclepolo

Velopolo, Bikepolo, Cyclepolo

So schön ist dann ein Sieg beim Bikepolotournier

Gewonnen, alles freut sich.

180° auf der Cycolonia

180° auf der Cycolonia

Die Zweiradwerkstatt 180° präsentierte sich wieder am Eingang zur Cycolonia mit einem kostenlosen Reparaturservice. 

Auch wenn man meinen könnte, ich hätte diesmal viel zu meckern gehabt, ich hatte zwei wunderbare Tage auf einer nach wie vor liebenswerten Messe. Meiner Lobhudelei in “32 grüne Gründe” ist nur kaum noch etwas hinzuzufügen. Und meckern muss ich, wenn es radverkehrspolitisch wird und da hat uns die Cycolonia diesmal einiges geboten. Klar hätte es kontroverser sein können, aber die Messe wächst mit ihren Aufgaben. Immerhin stand der Fahrradbeauftragte, Jürgen Möllers, an beiden Tagen mehr oder weniger Rede und Antwort. Leider waren gleichzeitig nur wenige Blogger da, die das Angebot sicher gerne genutzt hätten. 

Hartmut Fiebig und seinem Team möchte ich an dieser Stelle für ein wunderbares Fahrradforum danken und bin neugierig, was sie uns im nächsten Jahr an Innovationen und Möglichkeiten präsentieren werden. 

Ramin Houchmand, Mitglied des Cycolonia Teams, stellte gegenüber dem Pressedienst Fahrrad fest: “Wir feiern das Fahrrad – vielen Dank an alle, die mit uns feiern!” 

Danke für das Fest!

Spikes oder ein “Schwalbe” macht noch keinen Sommer

Ein paar gibt es noch ...

Kaum Radverkehr im Dezember

Nur wenige Radfahrer zeigten sich im vergangenen Dezember auf den Kölner Straßen. Das verwundert nicht weiter, wurden doch trotz der extremen winterlichen Verhältnisse gerade mal die Fahrbahnen der Hauptverkehrsstraßen geräumt.

bevorzugt behandeltes Verkehrsmittel

Autos werden in Köln bevorzugt behandelt

Kölsche Lösung

Kölsche Lösung

Selbst Autofahrer mussten diesen Winter enorme Behinderungen durch die Unzulänglichkeiten der Verwaltung in Kauf nehmen. Wenn ich mich recht erinnere, tönten die verantwortlichen Betriebe im Lokalfernsehen noch eine Woche vor dem ersten Schneefall, dass sie aus den Fehlern des letzten Winters gelernt hätten. – Vielleicht hätten sie das Gelernte auch noch umsetzen müssen. Naja.

Es ist kein Geheimnis, dass Kölner Autofahrer den Anforderungen winterlicher Straßenverhältnisse nicht gewachsen sind. Sie hassen Lenken und vermeiden es zu bremsen – auf Radfahrer und Fußgänger wird keine Rücksicht genommen. So kam es, dass selbst das Benutzen der Fahrbahn für Radfahrer keine brauchbare Alternative bot.

Diesen Winter war ich so häufig wie noch nie mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln unterwegs. Das wollte ich aber nicht: Ich musste aufrüsten und entschloss mich, Winterreifen für mein Fahrrad zu kaufen.

Kölsche Lösung

Ein vierzehnköpfiges Team Kölner Verkehrsexperten hat auf diesen Bildern zwei benutzungspflichtige Radwege versteckt. Wer findet sie?

Leichter gesagt, als getan. Überall waren die begehrten Spikes vergriffen und kurzfristig nicht lieferbar: “20 oder 24”?” war die Standardfrage, wenn ich mich nach Spikes erkundigte. Ein Berliner Versand versprach, Mitte Januar liefern zu können. Gut, habe ich gedacht, wenn sie dann kommen – Murphy’s Law – wird es wenigstens ab Mitte Januar nicht mehr schneien. ;-)

Die Zeit verging.

Hochwasser

Bei traumhaftem Sonnenschein "Hochwasser gucken" im Rheinpark, nicht nur mit dem Fahrrad

Hochwasser

Hochwasser

Hochwasser

Hochwasser

Wie zu erwarten, der Schnee war weg, der Rhein führte mittlerweile schon ein beachtliches Hochwasser, da erreichte mich ein mördergroßes Paket aus Berlin, meine neuen Winterreifen.

riesen Paket

Mördergroßes Paket aus Berlin mit Spikereifen

Spikereifen sollen ca. 50 km auf  Asphalt vorsichtig (kein heftiges Beschleunigen oder Bremsen) eingefahren werden, um die Spikes für optimalen Sitz in den Reifen zu drücken. Auf den Bildern unten sieht man recht gut, dass die Spikes noch unregelmäßig aus dem Profil heraus gucken.

Nun, es war eis- und schneefrei, wann sollte ich die Reifen einfahren, wenn nicht gleich? Also rauf damit.

Spikereifen

Spikereifen

Ich hatte mich für Nokian-Reifen aus Finnland entschieden, die mit je 160 Spikes für meine Bedürfnisse, laut Homepage des Händlers, die besten Eigenschaften haben sollen.

Schade, erst bei der Montage bemerkte ich, dass die Reifen keine Angabe für die Laufrichtung hatten. Erst nach einer weiteren Recherche im Internet habe ich in einem Forum, nicht aber auf der Händlerseite, einen entsprechenden Hinweis gefunden – bis jetzt weiß ich nicht, ob die Reifen wirklich richtig herum montiert sind. Auch der maximal angegebene Druck war mit 45 PSI etwa 3,1 Bar für mich zu niedrig. Bei Kurvenfahrt walkte der Reifen zur Seite. Mit ca. 4,5 Bar fährt er sich jetzt weitestgehend stabil. Keine Ahnung, ob ich durch den höheren Druck mit unangenehmen Konsequenzen zu rechnen habe.

Erst in der darauf folgenden Woche konnte ich den Berliner Radkomponentenversender telefonisch erreichen. Auch er konnte mir keine befriedigenden Antworten zu meinen Fragen, die Laufrichtung und den Druck betreffend, geben. Er verwies lediglich auf den Hersteller. - Mut zur Lücke.

Außerdem schade, dass Nokian seine Reifen nicht mit Reflexstreifen ausstattet. Das ist bei Schwalbe und Continental längst Standard [Edit, 03.02.11, 9:30: Hier war wohl Wunsch Vater des Gedanken. Bei Continental und Schwalbe sind Reflexstreifen nicht unbedingt Standard, auch wenn es so sein sollte. Wenigstens aber sollten deutsche Händler angesichts der Straßenverkehrszulassungsordnung Käufer über das Fehlen dieses Sicherheitsmerkmals ausdrücklich informieren]. Mein Händler hält es jedenfalls nicht für nötig, die Kunden auf diesen Missstand hinzuweisen, schließlich stünde in der Artikelbeschreibung nicht, dass einer vorhanden wäre. – Also, entsprechende Speichenreflektoren gleich mit bestellen.

Spikes und Regen

Spikes, Regen, Spikes am Seitenständer

Ansonsten halte ich den Nokian für einen guten Reifen. Ich habe ihn jetzt schon ca. 300 km! auf Asphalt “eingefahren”, ohne dass ich auch nur eine vereiste Pfütze touchiert habe. Bis jetzt ist mir kein Spike verloren gegangen.

Manchmal habe ich allerdings den Eindruck, auf dem Asphalt zu kleben und auch die Lautstärke der Spikes ist nicht jedermanns Sache. Aber immerhin hören mich Fußgänger auf Radwegen jetzt schon von weitem:

Hörprobe: Spikes auf Asphalt

Nicht, dass ich abergläubisch bin, aber der Gedanke, dass es nicht mehr ernsthaft schneien wird, seit ich die Winterreifen aufgezogen habe, lässt mich nicht mehr los und nur eines besänftigt mich: Die knapp achtzig Euro sind gut investiert, ersparen sie mir, d.h. uns, doch weiteren Schnee! ;-)

Spikereifen im Microschnee

Spikes im Schnee

… und damit ich mich nicht ganz so schlecht fühle, hat es die Tage hier 2,57 mm geschneit. Darauf fährt man im Übrigen sogar mit Slicks noch sicher. ;-)

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Heute morgen hat es sogar noch etwas mehr geschneit – der Schnee wird nicht liegen bleiben – aber ich hatte Gelegenheit, die Reifen ausgiebig zu testen. Großartig, sowohl auf ca. 2 cm frischem Schnee als auch auf einer festgefahrenen stark komprimierten Fahrbahnschicht war ich wie auf den viel gerühmten Schienen unterwegs.

Ein “Schwalbe”, ein “Continental” oder ein “Nokian” Spikereifen machen noch keinen Sommer. Trotzdem, Spikes bei winterlichen Straßenverhältnissen möchte ich jedem Radfahrer unbedingt nahelegen, handelt es sich doch um einen enormen Sicherheitsgewinn.