Das Rad neu erfinden

aufgehobene Benutzungspflicht

Benutzungspflicht aufgehoben, das "Kölner Schild"

Am Montagabend sah ich zufällig im Nachrichtenblock der Lokalzeit Köln wie eine große Traube von Journalisten Klaus Harzendorf, den Amtsleiter für Straßen und Verkehrstechnik, umringte. Es ging wohl um Radverkehr: Grund für die Nachricht war ein neues Schild, das auf die Entwidmung des benutzungspflichtigen Radweges in der Krefelder Straße hinweist. Radfahrer können nun wählen, ob sie den alten jetzt sogenannten “anderen Radweg” nutzen möchten oder einfach die Fahrbahn.

Am Tag darauf konnte ich es in der Lokalpresse online lesen und war doch verwundert: Was uns Klaus Harzendorf in verschiedenen Interviews wohlwollend als Gefälligkeit der Stadt Köln verkaufen wollte, war nicht nur rechtlich lange überfällig, sondern gehörte schlichtweg zu seinen Pflichten.

Hintergrund ist die sogenannte Fahrradnovelle, eine Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO) aus dem Jahr 1997. Demnach dürfen Städte und Gemeinden eine Radwegbenutzungspflicht nur dort anordnen, wo die Anforderungen an die entsprechenden Verwaltungsvorschriften der StVO erfüllt werden und auch nur wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht. Ende 2010 gab es dazu ein entsprechendes Verwaltungsgerichtsurteil (BVerwG 3 C 42.09), das es den Radfahrern erleichtern wird, dieses Recht auf Nicht-Benutzung auch einzuklagen.

Bislang haben nahezu alle Städte und Gemeinden – nicht nur Köln – diese besonderen Paragraphen und Verwaltungsvorschriften zugunsten von Radfahrern ignoriert. Das geht jetzt nicht mehr. Das Urteil und klagewillige Radfahrer nehmen die Städte und Gemeinden in die Pflicht.

Jürgen Möllers, Fahrradbeauftragter der Stadt Köln, hat die Zeichen erkannt und mit seinem Team dieses Aufsehen (vorausgesetzt, man sieht es ;-) ) erregende Schild (Bild oben) entwickelt. Für jeweils drei Monate soll das Schild in Zukunft Auto- und Radfahrer über die Aufhebung der Benutzungspflicht informieren. – Ein klitzekleiner Schritt für den Radverkehr, ein Riesenschritt für das Amt für Straßen und Verkehrstechnik (Bislang gingen ihre Fahrradfreundlichkeiten nicht über das Aufstellen von Abstellanlagen und das Malen von Linien am rechten Fahrbahnrand hinaus.). Über Sinn und Unsinn dieses Schildes kann man sicher lange streiten, aber immerhin setzt sich die Behörde endlich mit der langfristigen Entwidmung vieler Kölner Radwege auseinander und stellt sich damit der unerbittlichen Kritik unserer automobilen Gesellschaft. Nichtsdestotrotz und auch in Anbetracht meiner noch folgenden kritischen Anmerkungen halte ich diese Aktion für sehr mutig und lobenswert.

Alternativen

Alternativen - die erste Schilderkombination oben ist meiner Phantasie entsprungen ;-)

Um mir selbst ein Bild zu machen, bin ich in die Krefelder Straße gefahren und habe dort, wie nicht anders zu erwarten, die jetzt freigegebene Fahrbahn benutzt. Schade, bin ich doch innerhalb kürzester Zeit zweimal viel zu dicht überholt und abgedrängt worden, und augenscheinlich war ich der Einzige, der das Angebot, auf der Fahrbahn zu fahren, annahm. Das änderte sich auch die nächsten anderthalb Stunden nicht. Lediglich stadteinwärts verzichteten Radfahrer ab und an auf die Benutzung des Radweges, das hatte aber vor allem technische Gründe: Für einbiegende Radfahrer ist der Radweg schwer zu erreichen, und teilweise war der Radweg auch zuvor nicht benutzungspflichtig.

Jedenfalls habe ich mich gewundert, dass diese innovative Neuerung so überhaupt nicht angenommen wurde. Deswegen habe ich auf dem Radweg stadtauswärts fahrende Radfahrer gefragt, ob sie von der Aktion des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik wissen und wenn ja, warum sie trotzdem nicht auf der Fahrbahn fahren. Den Zusammenschnitt der verschiedenen O-Töne kann man sich hier anhören:

Audiofile bitte anklicken:

O-Töne: Radfahrer auf der Krefelder Straße

Das Ergebnis war niederschmetternd. Wie eine junge Dame feststellte: Ihr Leben lang hätte man ihr eingetrichtert, den Radweg zu benutzen, weil es sicherer sei, warum solle sie jetzt auf der Fahrbahn fahren? Die Menschen haben Angst auf der Straße zwischen den Autos und LKW. Das kriegt man aus ihren Köpfen so ohne weiteres nicht heraus. Deswegen ist eine gute Aufklärung der Bürger durch alle Beteiligten viel viel wichtiger als das einfache Konfrontieren mit – für die meisten – unverständlichen Tatsachen und da muss auch ich meinen bisherigen Ansatz überdenken. Velo 2010, die Stadt Köln und die Polizei wären hier gefordert. Anstatt unsinnige Lichtaktionen zu zelebrieren – mangelnde technische Ausrüstung der Räder ist nur ein gefühltes Problem und in den wenigsten Fällen unfallträchtig – sollten sie ihren Infostand in die Krefelder Straße stellen und den Betroffenen erklären, warum sie jetzt die Fahrbahn benutzen dürfen und vor allem, dass Radfahrer auf der Fahrbahn sicherer unterwegs seien. Eine Maßnahme, die ich begrüßen und sogar tatkräftig unterstützen würde.

Aber man muss das Rad nicht neu erfinden. Aus dem Büro des Fahrradbeauftragten kam mal eine m.E. geniale und versuchsweise auch umgesetzte Idee: Fahrradpiktogramme auf der Fahrbahn der Venloer Straße in Köln-Ehrenfeld (unterstes Foto auf dem zweiten Bild, oben). Diese Zeichen auf der Straße haben zwar rechtlich keine Bedeutung, erinnern aber trotzdem jeden Fahrzeugführer daran, dass Radfahrer dort fahren dürfen und fahren werden. Aber die Ehrenfelder Bürger setzten auf Separierung. Ihrem Wunsch gemäß richtete man dort Schutzstreifen ein, die meiner Einschätzung nach hier, genauso wie in der Neusser Straße nicht funktionieren. Warum sich die Piktogramme gegen die Schutzstreifen nicht durchzusetzen vermochten, kann nur das Ergebnis mangelnder Kommunikation und Information sein. Meines Wissens hat die Ehrenfelder Bürger und Initiativen niemand über neue und andere verkehrstechnische Möglichkeiten informiert.

Piktogramme auf der Fahrbahn (in Zukunft vielleicht etwas größer) wären auf der Krefelder Straße für mich die erste Wahl gewesen, mit den beiden Vorteilen, dass die Piktogramme nach drei Monaten immer noch vorhanden wären, und dass sich sowohl Auto- als auch Radfahrer daran hätten orientieren können. Piktogramme sind wegen der einfachen Bildsprache leichter zu verstehen als das viel zu kleine “Kölner Schild”, dass im Schilderwald der Stadt sowieso untergeht und deshalb von den wenigsten Verkehrsteilnehmern wahrgenommen wird.

Idealerweise würde man solche Strecken als Fahrradstraßen ausweisen, aber soweit ist man in Köln noch nicht. Neben der Krefelder Straße denke ich dabei insbesondere an die Wälle, die als wichtige Nord-Süd-Verbindung nicht zu unterschätzen sind. Vielleicht würde das richtige Konzept sogar eine alternative Infrastruktur anziehen, Straßencafés, die von der Ruhe der leisen Verkehrsmittel profitieren, Bike-In-Imbisse  oder was der bewegte Radfahrer sich sonst noch alles so erträumt, denn träumen ist erlaubt … auch in Köln.

Krefelder Straße

Krefelder Straße

Links:

Sicherheit von Radwegen, ADFC NRW

ADFC Gütersloh: Radwege Info

Presse:

Ab sofort dürfen Radfahrer auch auf der Krefelder Straße fahren – Köln.de

Radler dürfen die Straße nutzen – Kölner Stadt-Anzeiger

Trotz Radweg: Radfahrer dürfen auch die Straße benutzen – Köln Nachrichten

Wahlfreiheit für Kölner Radfahrer – Kölnische Rundschau

16 Antworten auf “Das Rad neu erfinden”

  1. Was soll so ein Schild vermitteln?
    Bedarf es denn einer extra Beschilderung um auf der Fahrbahn radeln zu dürfen?
    Die Radwegschilder abhängen und fertig, alles andere geht nur nach hinten los.
    Hier mit der Holzhammermethode drauf hinzuweisen, wozu selbst Strassenverkehrbehörden über 10 Jahre brauchten um es zu verstehen, wird nur eines beim OTTO-Normalradler bewirken. Es werden sich Gruppen bilden die versuchen diesen Trend wieder zu stoppen.

  2. Vielen Dank für den Beitrag und vor allem für die O-Töne. Es ist ja doch spannend zu hören wie der “normale” Radfahrer zum Thema Radweg und deren Benutzung steht. Wenn man selber im Thema ist, vergisst man leicht, dass in diesem Bereich noch viel Aufklärungsarbeit, vor allem im Bezug auf die Sicherheit von Radwegen, zu leisten ist.

  3. Lesenswert :-)
    Auf die Idee mit den Piktogrammen sollte mehr verwiesen werden, find ich sehr gut. Schutzstreifen haben oft den Nachteil, dass sie zu schmal sind und leider oftmals direkt neben parkenden Autos geführt werden. Da sind Piktogramme ohne Separierung einfach besser und vor allem sicherer, und der Radfahrer hat seine Führung und braucht keine Angst haben . . .

    Wenn die Städte doch mal öfters raus auf die Straße gingen und sich um die realen Probleme der Radfahrer kümmerten, anstelle über Jahrzehnte vermurkste, gefährliche Radwege zu bauen und dann ledigleich Radfahrer auflauern an Fehlverhaltenhotspots und Helme empfehlen . . .

  4. Schön die O-Töne, da ist noch viel Aufklärungsbedarf ;-)

    Zum Thema sichere Radwege und Fahrbahnbenutzung empfehle ich meinen Beitrag Visionen. Europa ist schon verrückt: In Deutschland will man die Radfahrer wieder auf die Fahrbahnen bringen, weil die Radwege, die bislang gebaut wurden, nichts taugen, und in Kopenhagen werden Radwege gebaut und gleichzeitig Verkehrsflächen dem Autoverkehr entzogen, um dadurch die Verkehrsmittelwahl auch tatsächlich zu verändern.

  5. Schöner Artikel – vor allem die O-Töne finde ich spannend. Vielen Dank dafür! Wie schon hamburgize sagte, ist noch viel Aufklärungsarbeit notwendig. Und als “Fahrradaktiver” darf man wirklich nicht den Bezug zur Realität der “ganz normalen” Kölner Radfahrer verlieren, die sich anscheinend tatsächlich auf dem Radweg sicherer fühlen – und notfalls auch auf dem Gehweg fahren. Und was mir durch die O-Töne noch einmal deutlich wurde: Die Verkehrsregeln (insbes. Radwegebenutzungspflicht) sind kaum bekannt. Man fährt halt einfach so.
    Da rattern bei mir doch gleich die Gehirnwindungen, was man denn an aufklärenden Maßnahmen (sozusagen von Radfahrern für Radfahrer) tun könnte…

  6. Klasse Bericht, danke. Es fängt scheinbar langsam an.

    Nur die Radfahrer selbst sind noch vollkommen verschüchtert und haben die Autodenke vollkommen verinnerlicht. Ich konnte gar nicht glauben, was da zu hören war, wie fremdgesteuert.

    “Die erste Schilderkombination oben” finde ich übrigens sehr gelungen. :-)

  7. Herrlich diese unverfälschte Rückmeldung von den “normalen RadfahrerInnen”.

    Unsereins kann sich ja hier den Mund fusselig “reden”, dass es denen um gefühlte Sicherheit geht.

    Warum sollte es auch bei RadfahrerInnen in Deutschland anders sein als bei denen in den Niederlanden, in England, in Dänemark oder sonstwo?

    Diese ganze Story um die aufgehobene Benutzungspflicht wird doch nur als Vehikel benutzt, um Publicity für die Fahrradverbände zu erzeugen – geht aber am wirklichen Bedarf komplett vorbei und lenkt nur ab.

    Die Krönung ist natürlich jetzt, sich “Umerziehungsmassnahmen” auszudenken, damit diejenigen, die sich auf dem Radweg (sei er auch noch so schlecht angelegt) sicherer fühlen, auf die Strasse zu bringen.

    Ich kann es immer nur gebetsmühlenartig wiederholen: Baut die entsprechende Infrastruktur für den Radverkehr – getrennt vom Autoverkehr – und es werden noch viel mehr Leute mit dem Rad fahren. Die Idee, normale Radfahrer auf die Strassen zu bringen, um sich dort mit Autofahrern um den Platz zu streiten, ist offensichtlicher Quatsch.

  8. “”"”"”"”"”"”"”"”"”"”"”"”"”"”"”"”
    Hein Bloed // 09. September 2011 um 20:17

    Die Idee, normale Radfahrer auf die Strassen zu bringen, um sich dort mit Autofahrern um den Platz zu streiten, ist offensichtlicher Quatsch.
    “”"”"”"”"”"”"”"”"”"”"”"”"”"”"”"”"

    Genau so wie diese ganzen Aufklärungskampagnen über Alkohol, Zigaretten und Drogen.
    Lasst die Leute doch weiterhin das Zeug zu sich nehmen wenn sie sich damit besser fühlen. Sie müssen doch nicht wissen was sie ich damit antun.

    Warum also Radfahrer über die zusätzlichen Gefahren von Radwegen aufkären.
    Sie müssen doch garnicht wissen, dass die meisten Radfahrer auf Radwegen ums Leben kommen, hauptsache sie fühlen sich sicher.

  9. @siggi
    Vielleicht stimmt das für Deutschland, wo die Radweginfrastruktur in den meisten Fällen einem Standard entspricht, der den Namen nicht verdient. Wenn es um funktionierende Infrastruktur für Radfahrer geht, sollte man sich lieber in Richtung Niederlande orientieren. Du kannst ja mal nachzählen, wieviele Radfahrer auf Radwegen pro 100.000 Einwohner dort jährlich ums Leben kommen.

    Es ist übrigens auch überall der gleiche Typ Radfahrer, der das Fahren auf der Strasse als sicherer propagiert: männlich und zwischen ca. 20 und ca. 40 Jahre alt. In der angloamerikanischen Fachliteratur auch “vehicular ciclyst” genannt.

    Aber ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinen “Aufklärungskampagnen”. Er wird ähnlich gross sein, wie der der Kampagnen gegen Drogen, Alkohol und Zigaretten.

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    Hein Bloed // 10. September 2011 um 06:34

    @siggi

    Aber ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinen “Aufklärungskampagnen”. Er wird ähnlich gross sein, wie der der Kampagnen gegen Drogen, Alkohol und Zigaretten.
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    Wie gross der Erfolg bei Drogen, Alkohol und Zigaretten ist, ist mir eigentlich ziemlich egal. Der Staat zwingt mich ja nicht das Zeug zu nehmen.
    Bei Radwegen sieht die Sache allerdings anders aus, dort zwingt mich der Staat diese zu benutzen obwohl sie nachweislich um ein vielfaches gefährlicher sind als die Fahrbahn.

  11. “Wenn es um funktionierende Infrastruktur für Radfahrer geht, sollte man sich lieber in Richtung Niederlande orientieren.”

    Ja, zumal auch dort sehr gerne der Radverkehr auf der Fahrbahn geführt wird. Bauliche Trennung findet oft nur an Stellen statt, an denen hier in DE Radverkehr möglichst großräumig vorbeigeleitet wird.

  12. Danke, Arne, dass Du uns mit dem Interview einen Einblick in die Gedankenwelt von Lieschen Müller und Max Mustermann gibst. Zeigt wohl auch, welchem Widerspruch sich die Verwaltung ausgesetzt sieht. Begriffen mehr Leute ihr Rad als richtiges Verkehrsmittel und nicht nur als Prothese für tretunterstütztes Rollen, so würde das wahrscheinlich schon anders aussehen.

  13. [...] eine tolle Sache, sollte man denken, das finden aber leider längst nicht alle Radfahrer. Arne Vogel hat sich bei den Radfahrern auf der Krefelder Straße umgehört: (…) Das Ergebnis war niederschmetternd. Wie eine junge Dame feststellte: Ihr Leben lang hätte [...]

  14. [...] kaum von ihm wahrzunehmen). Und ob viele Radfahrer das Schild verstehen, bezweifle ich auch; der Beitrag von Arne zu diesem Thema legt diesen Schluss jedenfalls nahe. Mit anderen [...]

  15. [...] eine tolle Sache, sollte man denken, das finden aber leider längst nicht alle Radfahrer. Arne Vogel hat sich bei den Radfahrern auf der Krefelder Straße umgehört: (…) Das Ergebnis war niederschmetternd. Wie eine junge Dame feststellte: Ihr Leben lang hätte [...]

  16. Ich versuche schon seit Jahren, die geforderte Aufklärungsarbeit zu betreiben: Dazu habe ich auch auf eine Studie verwiesen, die zeigt, dass Radwege (insbesondere an Kreuzungen) die Sicherheit erhöhen (gegenüber dem Fahren auf der Fahrbahn).

    Ich habe immer wieder dazu ermahnt, die sicheren Radwege zu benutzen und die gefährlichen Fahrbahnen zu vermeiden!

    Leider wird es immer noch zu sehr überhört, die Mehrheit der schreibenden Radfahrer glaubt noch immer an ihr Mantra der “sicheren Fahrbahn” und des “unsicheren Radwegs”.

    Wenigstens konnte ich feststellen, dass ein nicht-benutzungspflichtiger Radweg (in Münster) jetzt doch endlich von mehr Radfahrern als nur mir genutzt wird, auch wenn immer noch gut 90% auf der Fahrbahn radeln, davor lag die Fahrbahnnutzung bei ca. 99%.
    Dort ist es auch nicht soo schlimm … ich habe nur die Befürchtung, dass sich das als allgemein anerkanntes Verhalten einbürgern könnte, beobachte ich solche Tendenzen doch fast täglich auch an Stellen, an denen der Radweg klar erkennbar ist.

    Ich möchte hier auch darauf hinweisen, dass ein abmontiertes Benutzungspflicht-Schild keineswegs bedeutet, dass man auf der Fahrbahn fahren darf. (Stichwort Rechtsfahrgebot!)
    Dazu bedarf es einer expliziten Erlaubnis, wie hier per Schild in Köln geschehen, sonst bleibt es weiterhin verboten. (Mir wurde, wenn ich das behauptet habe, zwar häufig widersprochen – dennoch gibt es in der StVO keine generelle Erlaubnis für Fahrräder auf der Fahrbahn, suchen Sie ruhig)

    Weil das aber eben nicht selbsterklärend genug ist, musste (jedenfalls in Münster, ich weiß nicht wie’s in Köln ist) flächendeckend für Fahrradwege die Benutzungspflicht angeordnet werden, zumal das Gesetz (StVO) häufig so missdeutet wird, dass es diese bräuchte, um die Benutzung von Radwegen für Radfahrer vorzuschreiben (und ihnen damit die Fahrbahn zu verbieten).

    Die Frage, die sich mir jetzt stellt, ist nun mal, wie ich das Fahrbahnradeln eindämmen kann.
    Schließlich gefährden Radfahrer mit einem solchen Verhalten nicht nur sich selbst (z. B. Lkw fährt auf), sondern auch andere (Fahrrad ist auf Fahrbahn = das, was ugs. “Straße” genannt wird, ungewöhnlich, wenn Fahrradweg vorhanden, niemand rechnet damit und der Radfahrer verursacht Unfälle durch unüberlegte Reaktionen auf sich)!

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