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„Die würden uns lynchen“

… erklärte mir im letzten Jahr eine Mitarbeiterin des Kölner Amts für öffentliche Ordnung.
Monatelang stand auf der Rösrather Straße zwischen Ostheim und Rath ein Wohnmobil teilweise auf einem benutzungspflichtigen Rad-und Fußweg, Zeichen 240 – gemeinsamer Fuß- und Radweg. Ich benutze den Weg noch heute fast täglich und hielt es für un-angemessen, meine Fahrt verlangsamen zu müssen, um dem Fahrzeug auf den unbefestigten Teil des Weges auszuweichen und den Gegenverkehr zu überprüfen. 

 Wohnmobil

Wohnmobil auf der Rösrather Straße

Ich informierte das Ordnungsamt, in dem irrsinnigen Glauben, dort auf offene Ohren zu stoßen. – Schließlich wurden in meinem Viertel bereits Vergehen von Fahrzeugführern geahndet, die entgegen der Fahrtrichtung parkten, bei denen TÜV oder ASU wenige Tage überfällig waren oder die Parkuhr ein paar Minuten abgelaufen war. Alles Tatbestände, die nun wirklich niemanden akut behinderten oder gefährdeten.
Tatsächlich wurde eine Mitarbeiterin des Ordnungsamts unverzüglich dorthin geschickt, die mir kurz nach meinem Anruf auf der Rösrather Straße auch begegnete. Am gleichen Tag traf ich zufällig die besagte Dame an anderer Stelle wieder und befragte sie zu ihrem Vorgehen bei dem oben genannten Parkverstoß. Sie erklärte mir, dass in diesem Fall das Ordnungsamt untätig bleiben würde und fragte mich verständnislos, wo der denn sonst parken solle. Die Behinderung wäre nicht so schlimm, schließlich würde er KFZ-Steuern zahlen, und wenn man in dieser Straße alle Parkvergehen ahnden würde, liefen die Vertreter des Ordnungsamts Gefahr, dort gelyncht zu werden.
Ich glaube sogar, dass sie mir erklärte, es gäbe eine interne Dienstanweisung, die besagt, dass Parkverstöße auf Rad- und Fußwegen in sogenannten Vororten nicht geahndet werden müssen, sofern noch zwei Gehwegplatten für Fuß- und Radverkehr frei blieben, sprich ca. 80 cm. – Noch Fragen?

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Natürlich könnte es sein, dass der Fahrzeugführer, der am frühen Samstag Morgen in der Ehrenstraße die Radverkehrsanlage und die dazu gehörige Sperrfläche blockierte, das „Ticket“ selber angebracht hat, um sich vor weiteren Tickets zu schützen. Es gibt viele Gründe, warum an diesem Ort dieses Ticket an diesem Auto haftete und warum das Parkvergehen offensichtlich nicht geahndet wurde.

Vermutlich aber liegt es lediglich an dem Stellenwert, den der Radverkehr in Köln genießt.

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TÜV und Parkvergehen

Ungeahndeter Parkverstoß auf der Ehrenstraße

Radwegbenutzungspflicht

Benutzungspflicht 

Öffentliche Sitzung des Petitionsausschusses zum Verkehrsrecht
am Montag, 18. Februar 2008 von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Schwerpunkte: Parkplätze für den Schwerlastverkehr auf Auto-bahnen, barrierefreier Zugang zu Bahnsteigen, Abschaffung der Radwegebenutzungspflicht, sowie Elektronischer Unfalldaten-schreiber.

Die Initiative Cycleride, deren Mitarbeiter, Sven Ledebrink, die Petition eingereicht hat, setzt sich sehr angagiert gegen eine Benutzungspflicht ein.

In der Aufzeichnung der Sitzung ist deutlich das Unwissen und noch schlimmer die ignorante Arroganz mit der die Politik die Schultern zuckt, zu spüren … müssen wir etwa gegen jedes einzelne Schild klagen? Als würde man gegen Windmühlen kämpfen.

 

|edit: 14.06.2008

Mit dem Rad zur Arbeit

… und dabei sein, wenn Köln oder jede andere Stadt erwacht! Eindrücke auf meinem Weg zur Arbeit habe ich gestern Morgen festgehalten.
Wer Lust bekommen hat: der ADFC, die AOK und das Bundes-ministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung laden zur Aktion Mit dem Rad zur Arbeit 2008 ein.
Ich empfehle, nicht erst auf den Juni zu warten, sondern direkt heute zu beginnen! Einfach rauf aufs Rad, losfahren und den Tag begrüßen.

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Köln am Morgen

Der Fahrradbeauftragte und seine Baustellen

benutzungspflichtige Radwege, Absteigehilfe

Zeichen 237 – Radweg
Zeichen 1012-32 – Hinweis Radfahrer absteigen

Ein benutzungspflichtiger Radweg, auf dem man lieber absteigen sollte. Diese Baustellenbeschilderung entdeckte ich Ende November 2007 Olpener Straße/Ecke Frankfurter Straße. Leider sind diese ordnungswidrigen Baustellenabsicherungen in Köln die Regel. 

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 Baustellen

Oben Rechts: Messe-Kreisel, Deutz
Unten Links: Rösrather Straße, Höhe Neubrück

Nachdem ich im letzten Jahr feststellen musste, dass ich die Deutzer Messe zur IFMA!!! (Kölner Fahrradmesse) im September 2007 nicht legal mit dem Fahrrad erreichen konnte – die Verkehrsführung der Baustelle am Deutzer Messe-Kreisel schloss Fahrradfahrer aus – habe ich mich an den Fahrradbeauftragten der Stadt Köln gewandt.
In zwei weiteren Fällen habe ich versucht, ähnliche Vergehen und Versäumnisse bei ihm anzuzeigen. Davon wurden zwei Vergehen immerhin an die entsprechenden Kollegen weitergeleitet und leider jedoch ausgesessen. Mündliche Nachfragen von mir wurden abgewiegelt. Weder sind die verantwortlichen Baustellenbetreiber sanktioniert worden noch hat sich die Situation bis Bauende an den entsprechenden Stellen positiv verändert. Der Messe-Kreisel war bis Januar 2008 für Radfahrer teilweise gesperrt. Einem Vergehen ist man gar nicht nachgegangen.
Dem Fahrradbeauftragten sind die Missstände, vor allem aber die möglichen Abhilfen bekannt, schließlich lässt er auf seinen Veranstaltungen Broschüren zur Baustellenabsicherung im Bereich von Geh- und Radwegen, herausgegeben vom Arbeitskreis fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise, verteilen. Dort wird der Umgang mit Baustellen und der entsprechenden Verkehrsregelung ausführlich geschildert.

Sogar die Begehung einer Baustelle in der Nähe einer Veranstaltung von Velo2010 vor der Universität, hier wurde der Radweg gesperrt, wurde von den Kollegen des Fahrradbeauftragten (wohlgemerkt vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik) mit den Worten, das sei doch nur eine Tagesbaustelle, bagatellisiert und gebilligt. Dass dort unzählige Studenten auf dem Weg zur Universität behindert und gefährdet wurden, ist wohl zweitrangig. Das Zynische daran: Gleichzeitig, eben nur 100 Meter entfernt, wirbt das Amt für Straßen und Verkehrstechnik im Rahmen der genannten Velo2010 Veranstaltung für mehr Sicherheit im Radverkehr. Was für eine Heuchelei!

Jedenfalls ist mir unverständlich, warum die Stadt Köln so verantwortungslos und fahrlässig mit den Belangen von Radfahrern umgeht. Geht es in diesem Fall doch lediglich darum, das Fehlverhalten der Baustellenbetreiber zu unterbinden und zu sanktionieren. Damit wäre schon viel für Sicherheit und Komfort im Radverkehr getan!

Schleudergefahr

Schleudergefahr

Schilderkombination für Philosophen:
Zeichen 114 – Schleudergefahr bei Nässe oder Schmutz
Zeichen 1012-32 – Hinweis Radfahrer absteigen

Da ist wohl jemand ins Schleudern gekommen. – Leider weiß ich nicht, wer in Köln alles Schilder aufstellen darf oder was uns der Künstler hier sagen wollte! Ich ahne jedoch, was es bedeuten soll, weil ich den Ort kenne, zweifel aber gleichzeitig an der Intelligenz der Verantwortlichen. Wieviel Kölsch muss man trinken, um dieses Schild zu verstehen? – Werden Radfahrer gebeten abzusteigen, weil sie vor schleudernden Autos als Fußgänger besser geschützt sind? Oder ist an dieser Stelle der Radweg so grauenhaft, wie eigentlich überall in Köln und die Stadt will sich, wie eigentlich überall in Köln, vor der Verantwortung drücken? Dann stellt sich allerdings die Frage, wer hat an den restlichen Radwegen vergessen, das Zeichen  1012-32 – Hinweis Radfahrer absteigen anzubringen?

Die Schilder stehen am Westende der Zoobrücke, während am Ostende kein Schild vor tödlicher Gefahr warnt! – dazu später mehr …

Kaiserwetter

Bei diesem wunderschönen Wetter verbietet es sich von selbst, am Computer zu sitzen und über Fahrradbeauftragte und Radwege zu schimpfen. 
Also Fahrrad geschnappt und nichts wie raus.

Euch zeige ich hier ein paar Eindrücke meiner gestrigen Tour, die ich zusammen mit einem Freund gefahren bin – rechtsrheinisch von Köln nach Bonn und linksrheinisch wieder zurück, ca. fünfundsiebzig Kilometer bei traumhaftem Wetter.

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Radtour

Geschwindigkeitsrausch

Kettenpflege

… oder wie Kleinigkeiten das Leben erleichtern.

Die Sonne hat mich mit meinem Fahrrad nach draußen gezogen. Das Licht brachte den Winterkniest auf der Kette zum Vorschein. Ein wenig Putzen, etwas Ölen, die Bremsen nachgestellt, einen Seilzug gewechselt und die Speichen nachjustiert – eine halbe Stunde Arbeit und mein Rad hat seinen Namen wieder verdient. Als wäre ich doppelt so schnell wie vorher, rase ich unter der Februar Sonne durch die Stadt.

Helm auf zum Gebet

RIP Velo2010 Radfahrer absteigen

Wenn auch viele behaupten, dass das Internetangebot von Velo2010 schon immer einer Baustelle glich, seit einigen Tagen ist es eineBaustelle transparent .

2005 initiierte der Kölner Polizeipräsident den sogenannten Expertenkreis VELO2010. Unter Federführung der Polizei steckte sich die elitäre Runde das Ziel, den Radverkehr bis zum Jahr 2010 sicherer zu gestalten. Dabei sollten alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt werden.

Nun heißt es also Abschied nehmen von einer ziemlich überflüssigen Internetpräsenz. Niemand ist wirklich traurig über den Verlust, haben die Verantwortlichen doch nichts weiter zustande gebracht, als ihre Zeigefinger zu heben: Böse Radfahrer! – haben sie gemeint – Helm tragen und gaaaaanz vorsichtig fahren! – haben sie gemahnt. Aber das wussten wir schon.
Sie haben an Unfallschwerpunkten Schilder aufgehängt, auf denen zu lesen war, wieviele Radfahrer dort bereits verunglückt sind. Dann haben sie die Schilder wieder abgehängt. Bestimmt ist jemandem aufgefallen, dass Radfahrer fragen könnten,  warum keine sicheren Radverkehrsanlagen gebaut werden, wenn die Verantwortlichen doch wissen, wie gefährlich es dort ist? 
Sichere Radverkehrsanlagen? Nein – wird jemand gesagt haben – das ist viel zu teuer, wie sollen wir das denn den Autofahrern erklären und wir wissen auch gar nicht, wie das geht  😥 … sollen die Radler doch lieber Helme tragen.  … Wenn dann keiner meckert, stellt der Fahrradbeauftragte auch ein paar Fahrradständer auf, das stört die Autofahrer nicht.

Nun wollen wir Radfahrer aber nicht alle Helme tragen und Verkehrssicherheit ist uns lieber als es uns Abstellanlagen sind. Das haben die Damen und Herren von Velo2010 möglicherweise auch festgestellt und arbeiten deswegen fleißig an einer neuen, viel schöneren Internetpräsenz, bei der die Radfahrer nicht sofort merken, dass weiterhin nichts getan wird … für den Radverkehr. Dafür kriegen die von Velo 2010 nämlich Preise. Die sind ja nicht auf den Kopf gefallen. Und Helme müssen sie auch nicht tragen, sie fahren ja kein Rad. 

Also warten wir ab, was da so kommen mag.

www.velo2010.de

„Wir dopen bis der Arzt kommt“

Doping im Karneval 

 

 

 

 

 

 

 

Letzten Sonntag auf dem Veedelszug in Köln-Brück!

Für die Passiven ist es das Doping im Radsport, für die Aktiven sind es die lebensgefährlichen Zustände auf den Kölner Straßen. Dennoch gibt es ihn … den ein oder anderen Kölner, dem der Spaß am Radfahren noch nicht verdorben wurde. Einige halten durch. – Ich habe Spaß am Radfahren und werde alles dafür tun, damit es so bleibt! 😉