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Sterngefahren

Erste Kölner Fahrrad Sternfahrt – Eindrücke

1. Kölner Fahrrad Sternfahrt

Am letzten Sonntag, den 15. Juni fand die erste Kölner Fahrrad Sternfahrt statt. Meine Befürchtung, dass wir in Leverkusen mit drei, vier Leuten starten werden, hat sich zu meiner Freude nicht erfüllt. Gegen vierzehn Uhr war ein ansehnliches Grüppchen zusammen gekommen und wir starteten mit Polizeieskorte Richtung Kölner Dom. – Autofahrer geraten immer noch in Panik, wenn sie mehr als fünf Radfahrern in einer Gruppe begegnen und neigen dann zu unberechenbarem Verhalten. Dank des vorbildlichen Polizeieinsatzes ist niemandem etwas passiert. Mindestens die Sternfahrer aus Weiden sind zusätzlich auch von einem Fahrrad-Polizisten begleitet worden. Ein positives Zeichen seitens der Polizei, davon darf es mehr geben!

Die Strecke, die wir fuhren - direkt am Rhein entlang – war durchaus touristisch interessant, aber weit weg von dem, was eine Sternfahrt erreichen will - nämlich Aufmerksamkeit. Kurzum – der Leverkusener Weg war ein netter Ausflug mit vielen netten anderen Radlern, aber definitiv keine Demonstration für mehr Radverkehr! Erst, als wir uns in Mülheim und später noch in Deutz mit anderen Gruppen trafen und dort fast komplett die Deutzer Brücke vereinnahmten, waren wir als Teil einer Sternfahrt wahrzunehmen.

Zur Abschlusskundgebung auf dem Roncalliplatz kamen noch zwei weitere Gruppen hinzu, so dass sich laut Veranstalter ca. 300 Teilnehmer unter dem Dom versammelten. Durch die liebenswerte Idee, die Räder der verschiedenen Gruppen mit jeweils einer Luftballonfarbe zu markieren, konnte man den einzelnen Radler ungefähr seinem Stadtteil zuordnen.

Schade, dass auf der Abschlusskundgebung wieder mal so pauschal und undifferenziert Radschutzstreifen und -wege gefordert wurden. Wir müssen uns heute noch mit Radwegen rumschlagen, die unsere Eltern in den Siebzigern haben wollten. Lasst uns nicht die gleichen Fehler wieder machen! Um Radverkehr zu gestalten, braucht es mehr, als die Radfahrer lediglich zur Seite zu drängen.

Vermisst habe ich Ansprechpartner aus Politik, Verwaltung, Vertreter von Polizei und Velo 2010 und einen Fahrradbeauftragten. Ich weiß nicht, ob sie vom Veranstalter gewünscht waren bzw. eingeladen wurden, aber ich denke, da haben sich welche eine Chance entgehen lassen. Kommunikation ist alles!

Was diese Premiere angeht, alles in allem war sie natürlich ohne Zweifel gelungen. Ich hätte nicht zu hoffen gewagt, dass immerhin so viele kommen, auch wenn die Hamburger und Berliner jetzt schmunzeln. Nächstes Mal kommen nämlich tausendmal soviel und dann haben wir sie eingeholt. ;-)

Ich freue mich auf das nächste Jahr, wenn wir wenigstens zehnmal so viele sein werden! ;-) Vielen, vielen Dank an den Initiator, die Veranstalter, Mitarbeiter und Helfer.

Jede Form von Feedback ist erwünscht!

Et hätt noch immer joot jejange


Mülheimer Brücke from ArVo on Vimeo.

… sagt bei Gelegenheit der ein oder andere Kölner und das Ergebnis dieser stoischen Gelassenheit ist auf der Mülheimer Brücke zu erfahren. Seit mindestens fünf Jahren kämpft die Mülheimer Fahrradgruppe für eine sichere Möglichkeit die Brücke zu überqueren. Wie Stadt, Behörden und Medien auf die Bemühungen reagieren, kann man bei den Mülheimern in einer Projekt Chronik nachlesen.

Zu dem Video ist nichts weiter zu sagen, als dass man einen Einrichtungsradweg sieht, der seit ca. drei Jahren überhaupt erst benutzungspflichtig ist. Vorher konnten die Nervenstarken unter uns Radlern die zweispurige, stark befahrene Fahrbahn benutzen – zugegeben nicht jedermanns Sache. Das war nicht nur - zumindest für manche - ein Sicherheitsvorteil sondern auch eine wesentlich schnellere Verbindung.

Nicht einer von uns drei Radfahrern im Video, die wir in vorgeschriebener Fahrtrichtung unterwegs waren, konnte sich unter diesen Umständen überhaupt an die Straßenverkehrsordnung halten. Noch wesentlich schlimmer ist die Tatsache, dass weil ich die Regeln weitestgehend befolgt hatte, ich den beiden anderen eher im Weg war, bei weitem weniger gesehen hatte und somit mindestens einen Konflikt verschlimmerte.
So erzieht die Stadt Köln ansonsten mit Sicherheit sehr nette Menschen zu Fahrradrambos – schade eigentlich.

Mülheimer Brücke

Über Kritik, Ideen und vor allem kostengünstige technische Tipps zur Umsetzung von selbst gedrehten Fahrvideos auf dem Rad wäre ich sehr dankbar, das Wackeln der Bilder nervt mich schon gehörig.