Artikel tagged als ''

Neulich in Berlin

Berlin

Berlin

Ich hatte noch etwas Zeit. Mit einem Mietrad für gerade mal fünf Euro habe ich mich in den Berliner Verkehr gestürzt.
Auf der Kastanienallee haben mir die Fahrradpiktogramme zwischen den Straßenbahnschienen gut gefallen. Selbst der sturste Ver-
kehrsteilnehmer erkennt nun, dass Radfahrer genau dort zu dulden sind, wo sie ohnehin fahren sollen, nämlich zwischen den Schienen. Nur so ist der entsprechende Sicherheitsabstand zu den parkenden Kraftfahrzeugen überhaupt einzuhalten. Der Berliner Fahrradbeauf-
tragte, Benno Koch, stellt dazu auf seiner Homepage fest: “Praktisch ist die Kastanienallee damit eine ‘Fahrradstraße’, denn der Fahrradverkehr ist hier in der Mehrzahl”.  - Da drängt sich aller-
dings die Frage auf, warum denn nicht gleich eine Fahrradstraße eingerichtet wird, wenn es doch praktisch schon eine ist?
Immerhin wäre dieser Kompromiss auch eine interessante Sofort-
maßnahme auf der Zülpicher Straße und Teilen des Höninger Wegs in Köln, sind doch laut Benno Koch die Unfallzahlen auf der Kasta-
nienallee aufgrund der Piktogramme, trotz steigenden Radver-
kehrs, zurückgegangen
.
Ansonsten war mein Eindruck, dass es den Radfahrern in Berlin nicht wirklich besser geht als uns in Köln.
Schließlich hatte ich mein vermeintlich vorläufiges Ziel erreicht: Die Radspannerei in Kreuzberg, ein charmanter Fahrradladen mit Repa-
raturwerkstatt. Fast täglich lese ich den Blog des Kollektivs, der sich mit vielen bunten Themen rund um das Radfahren beschäftigt. In den Kommentaren entstehen gelegentlich kontroverse Diskus-
sionen über aktuelle Radverkehrspolitik und die ein oder andere Innovation, die die letzte Messe hervorgebracht hat.
Ich habe mir eines dieser wunderschönen Hardo Wagner Räder zeigen lassen und fragte nebenbei, ob denn ein Blogger mit dem Alias bemme51 bekannt sei. Durch einen seiner Kommentare bin ich irgendwann einmal auf seinem “kuhlen” Blog: “da isser …” gelandet, dort liest, sieht und hört man seine persönliche Sicht über Musik, etwas Radverkehr und ein wenig über einfach alles. “Da kommt er gerade”, zeigte man mir, “Da isser …”, dachte ich. Nachdem wir mindestens eine Stunde auf der Straße gequatscht hatten, sind wir einen lecker’ Kaffee trinken gegangen, denn Radfahrer können sich lange über die Welt unterhalten. Das war ein toller Zufall und ein schöner Nachmittag. Bemme51 berichtete ebenfalls ;-)