Erstes Geisterrad in Köln

 Ghostbike

Erstes Kölner Geisterrad an der Kreuzung Dürener Straße/Stadtwald Gürtel

Jetzt steht in Köln auch eines: Das erste Geisterrad wurde gestern Mittag, am Dienstag den 04.05.2010 vom Kölner ADFC in Köln Lindenthal an der Kreuzung Dürener Straße, Ecke Stadtwald Gürtel, aufgestellt. Am 16. März ist dort eine 57-jährige Radfahrerin  bei einem klassischen Rechtsabbieger-Unfall mit einem LKW ums Leben gekommen:

ADFC Köln

Bericht vom Stadtanzeiger

Velo 2010 – Unfälle mit Todesfolge

Ein Geisterrad oder auch Ghost Bike (der Trend und die Idee kommen aus den USA) wird dort aufgestellt, wo ein Radfahrer im Straßenverkehr getötet wurde. Es ist sowohl eine Gedenkstätte für den ums Leben gekommenen Radfahrer als auch ein Mahnmal gegen den sinnlosen Tod im menschenfeindlichen Straßenverkehr. (www.ghostbikes.org)

Die beiden Kölner ADFC Vorsitzenden Erich Koprowski, Joachim Schalke und die Bürgermeisterin Sho-Antwerpes stellen in Köln das erste Geisterrad auf.

Die beiden Kölner ADFC Vorsitzenden Erich Koprowski, Joachim Schalke und die Bürgermeisterin Scho-Antwerpes stellen in Köln das erste Geisterrad auf.

Passanten betrachten neugierig das weiße Fahrrad.

Neugierig betrachten erste Passanten das weiße Fahrrad.

Solange Kölner Behörden einen größeren Verkehrsfluss höher werten als das ein oder andere Menschenleben, muss der ADFC noch viele weiße Räder aufstellen. Allerdings hoffe ich, dass es ganz anders kommt!

6 Antworten auf “Erstes Geisterrad in Köln”

  1. Angesichts des in der letzten Zeit immer wieder öffentlich betonten Vorhabens den Radverkehr in Köln wieder auf die Fahrbahn zu bringen, ist die Hoffnung IMHO nicht unbegründet.
    Zumal es offensichtlich nicht bei Ankündigungen bleibt, sondern z.B. im Falle des Umbaus der Venloer Straße in Ehrenfeld bereits umgesetzt wird.
    Was ich allerdings vermisse, ist die IMHO bitter notwendige Aufklärungsarbeit bei den Radfahrern. Viele werden nämlich nach dem Umbau der Venloer den dann breiteren Gehweg benutzen, weil sie immer noch glauben, dass die Benutzung der Fahrbahn zu gefährlich sei.

  2. @Hilmar:
    Was ich allerdings vermisse, ist die IMHO bitter notwendige Aufklärungsarbeit bei den Autofahren. Viele werden nämlich immer noch Hupen zu müssen, wenn Radfahrer auf der Fahrbahn unterwegs sind anstelle den unbenutzbaren Radweg oder Gehweg benutzen, weil sie immer noch glauben, dass Radfahrer auf der Fahrbahn nichts zu suchen haben.

    Da wundert mich die geringe Quote an Fahrbahnradlern selbst da, wo der Radweg nicht benutzungspflichtig ist nicht.

  3. Ausgerechnet der ADFC. Wer ist denn mit Schuld an dem Zustand den wir jetzt haben? Wer fordert denn weiterhin “Extrawürste” für den Radverkehr” obwohl man doch endlich kapieren sollte was dann, im Namen der Radverkehrsförderung, für ein gefährlicher Murks gebaut wird.
    http://siggis-seiten.de/a/Radler-auf-Kollisionskurs.pdf

  4. @Holger
    Ja, auch und insbesondere die müssen aufgeklärt werden. Nicht wenige Radler dürften von der höheren Gefährlichkeit des Radelns auf der Fahrbahn auch wegen drängelnder Autofahrer überzeugt sein.

    Und die Fußgänger sollten wir auch nicht vergessen. ;-)
    Die bisherige Politik der Verdrängung der Radler von der Fahrbahn hat leider ganze Arbeit geleistet – es wird auch mit Aufklärungsarbeit bestimmt sehr lange dauern, bis das in den Köpfe aller Beteiligten angekommen ist.

  5. In Berlin hatten wir kürzlich auch wieder so einen Unfall mit einer getöteten Radfahrerin. Warum geschieht denn da nicht endlich was?

    Leider gibt es auch immer wieder die Reaktionen, die den überfahrenen Radfahrern auch noch eine Mit- oder gar Hauptschuld unterstellen. Nach dem Motto – selbst schuld, wer so rambomäßig auf sein Recht pocht und sich mit dem Stärkeren anlegt.

    Eine der Reaktionen – in den letzten Jahren jedoch stark verblasst – ist auch immer wieder die Forderung nach mehr Lkw-Spiegeln. Dass der Radverkehr häufig sehr undurchdacht geführt wird, wird gar nicht zur Kenntnis genommen. Dass es oft gar keinen Bedarf an Radwegen gibt, kann man sich gar nicht vorstellen.

    Das krasse ist ja, dass diejenigen, die Radwege durch ständiges Fehlverhalten unsicher machen – nämlich unachtsame Rechtsabbieger, nicht nur Lkw sondern oft auch Kfz – die glühendsten Verfechter einer Radwegbenutzungspflicht sind.

    Die Mahnräder sind ein guter erster Schritt, der zum Nachdenken anregt. Damit dieses auch sinnvolle und fruchtbare Ergebnisse bringt, muss aber noch wirklich viel getan werden.

  6. Ich kann den Aussagen von “berlinradler” nur zustimmen. Weniger überzeugt bin ich davon, dass RadfahrerInnen “aufgeklärt” werden müssen, sich auf die Autofahrbahn zu bewegen. Die Radler haben Recht: Dort ist es für sie nicht ungefährlich. Insgesamt sollen Radfahrspuren ja meist auch nur die billige Lösung darstellen.
    Wäre es nicht besser, Radfahrspuren baulich vom Autoverkehr abzusetzen?
    Geht die Öffnung der Einbahnstraßen in Köln gegen die Autofahrrichtung nicht auch auf Kosten der Sicherheit von Radfahrern? (Besonders wenn zugleich der bis dahin vorhandene Radweg beseitigt wird.)

    Ich beobachte auf der Deutzer Freiheit, dass nur selten ältere Radfahrer gegen die Autofahrrichtung fahren. Das ist denen offenbar zu gefährlich.

    In den letzten 20 Jahren gingen Radwege auf den Bürgersteigen zu Lasten der FußgängerInnen. Die jetzige billige Lösung, oft selbst ohne ausreichende Fahrbahnmarkierung, fördert nicht den Radverkehr in der Breite.

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