Helden der Arbeit

Fahrradstadt Köln

Fahrradstadt Köln?

Köln hat ein ernsthaftes Imageproblem, was den Radverkehr angeht.

Im Amt für Straßen und Verkehrstechnik gibt es eine Abteilung, die sich vornehmlich mit der Planung von Radverkehrsanlagen und der Darstellung der Stadt Köln in Sachen Radverkehr beschäftigt. Diese Abteilung ist allgemein als das Büro des Fahrradbeauftragten, Jürgen Möllers, bekannt.

Tatsächlich scheint es ihm auch zu gelingen, sich und seine Arbeit vor diversen Gremien und den politischen Parteien positiv zu verkaufen. Mit den Radfahrern der Stadt hat er jedoch offensichtlich ein Kommunikationsproblem (Blog Medienecken 1, 2, Laufis Blog, Simons Blog, Heiners Blog). Tiefer gehende Fragen und Probleme werden entweder gar nicht, höchstens aber nur unzureichend beantwortet bzw. beseitigt, wie alleine schon in den genannten Blogs zu lesen ist.

Wie auch immer, es gibt ja noch seine Planer. Wenn ich Herrn Möllers bisher richtig verstanden habe, beschäftigen diese sich mit allen aktuell im Bau befindlichen und zukünftigen Radverkehrsanlagen, verkehrsberuhigten- und Tempo-30-Zonen.

Diese Anlage, Cäcilienstraße, Ecke Cäcilienkloster, ist im letzten Winter fertig gestellt worden:

Helden der Arbeit

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Wie lange plant man so etwas im Fahrradbüro? – Monate, Jahre?

Da scheint die Behindertenbeauftragte ihren Job besser zu verstehen als unser Fahrradbeauftragter. Oben sieht man die ordentlich verlegten “Blindensteine”, die zwar verhindern sollen, dass sehbehinderte Menschen unkontrolliert auf die Fahrbahn, nicht aber auf den Radweg laufen – vielen Dank dafür. Immerhin geht man davon aus, dass Radfahrer für andere Menschen bremsen, Autofahrer aber nicht! Ansonsten könnte die gute Behinderteninfrastruktur ja auch für Radfahrer mal wichtig werden, betrachtet man 20 Meter weiter folgende Anlage:

Baustelle in der Caecilienstrasse

Ehemalige Baustellenbeschilderung auf der Cäcilienstraße

Schlimm genug, dass der Radverkehr an der ehemaligen Baustelle nicht einen Tag ordentlich gesichert war – ungeachtet von Polizei und den vielen Behördenvertretern, die in den vielen Monaten mit absoluter Sicherheit an dieser zentralen Stelle vorbeigekommen sein mussten, einschließlich der Mitarbeiter unseres Fahrrad-beauftragten. – Offensichtlich besteht von offizieller Seite kein Interesse, die Situation für Radfahrer zu verbessern!

Einfahrt Tiefgarage Cäcilienstraße

Einfahrt neue Tiefgarage Cäcilienstraße

Viel schlimmer wiegt, dass die Ausführung des neuen Radwegs nicht im Geringsten den aktuellen Ansprüchen an sichere Radverkehrsanlagen entspricht, unabhängig davon, dass Bordsteinradwege sowieso nicht mehr Stand der Technik sind. Dort, wo die Kraftfahrzeuge den Radweg kreuzen, ist er durch helle Streifen aufgelockert, die den Radverkehr optisch bremsen und dem Pkw-Verkehr eine freie Durchfahrt, vielleicht sogar Vorrang suggerieren. Nicht nur, dass der Radweg nicht geradlinig, sondern stark und unnötig verschwenkt ist, durch Bäume, parkende Autos und den parallel verlaufenden Radweg zum Fahrstreifen ist es nicht möglich, für den Pkw-Fahrer entsprechende Sichtbeziehungen herzustellen. Was soll das? Hat man aus der grauenhaften Parkplatzzufahrt des wenige Meter entfernten Kaufhofs nichts gelernt? Dort gibt es bis heute nahezu minütlich Konflikte zwischen den einfahrenden Autos und dem kreuzenden Radverkehr. Die Baustelle hingegen hat gezeigt, dass trotz hoher Verkehrsdichte sogar ein Befahren der Fahrbahn durch den Radverkehr über mehrere Monate möglich war.

Bei soviel Ignoranz ist es schwer vorstellbar, dass sich die Autostadt Köln jemals auch nur annähernd fahrradfreundlich entwickeln wird! Und darum, Leute, wehrt euch gegen diese Missstände und kommuniziert den Behörden und der Politik, was auch immer euch nicht passt! – Zeigt euch und fahrt Rad, wann immer es sich ergibt!

Fahrradstadt Köln

Autostadt Köln!

7 Antworten auf “Helden der Arbeit”

  1. Sachlich, kompetent und treffend beschrieben.
    Habe den Beitrag gerade mal getwittert.

  2. Mit den Behörden kommunizieren bringt nichts. Hat schon beim vorherigen Fahrradbeauftragten nichts gebracht – hab ihm oft geschrieben.
    In Köln setzt man nicht das um was den Radverkehr fördert, man setzt das um was ihn behindert. Was das ist brauchen sie ja nur in den Seiten der Kölner Radaktivisten nachlesen.
    Am besten man sagt garnichts und lässt sie munter drauf los planen. Dann wird regelkonformes Radfahren in Köln irgendwann so unmöglich, dass selbst der letze Otto-Normalradler merkt was hier gespielt wird. Dann wird auch Otto-Normalradler nicht mehr, mit Warnweste und bunten Luftballons am Rad, zum Sternfahrertreff radeln und Beifall klatschen wenn die Fahrradbürgermeisterin mehr Radwege fordert.

  3. Danke für diesen Beitrag! Er spiegelt genau meine Erfahrungen und Schlussfolgerungen. Die von Dir formulierte Konsequenz ist genau die richtige: Sich als Vekehrsteilnehmer zeigen durch Radfahren!

  4. Wahrscheinlich ist der neue Radweg wegen seiner nicht Regelkonformen Auslegung auch nicht mit Blau beschildert ;-) . Daher und weil man ich ja auch nicht befahren kann (über den Zebrastreifen darf ich ja nicht) fahre ich dort schon seit dort gebaut wird auf der Fahrbahn.

    Im weiteren Verlauf bis zum Heumarkt ist er eh auf Grund der nicht vorhandenen Sicherheitsräume unbenutzbar, so das ich auch bis dort auf der Fahrbahn verbleibe.

    Ich bin jeden Tag auf’s Neue überrascht, wieviele Radler sich die Gefahren auf den dortigem Radweg aussetzen,

  5. Diese Schildbürgerstreiche könnten aus Hamburg kommen. Vielleicht ist es ein kleiner Trost für euch: Hier im Norden ist es kaum besser um den Radverkehr bestellt. Und Hamburg wird im nächsten Jahr Umwelthauptstadt und wird schwarz-grün regiert!

  6. Da ich heute – mal wieder – auf der Abfahrt der Rodenkirchener Brücke hingelegt habe, und mir dabei mein flammneues Fahrrad zerschrammelt habe (und mir das Knie), war ich mega-geladen. Mehrfach habe ich in den letzten Jahren beim ADFC und bei der Stadt Köln gefragt, wer für die Verkehrssicherungspflicht der Brückenzuwege zuständig ist. Ich habe von keinem jemals eine Antwort erhalten. Heute habe ich dem Fahrradbeauftragten und diversen Ämtern gemailt. Ob eine Anzeige was bringt (ist mir allerdings etwas zu läpsch)? Jedenfalls wlar es dort heute (!!) gefroren, womit ich echt nicht gerechnet habe. Dort ist im Kurvenbereich ein Belag, der extrem anfällig ist für Bodenfrost, normalerweise bin ich dort gewappnet. Hinzu kommt dieses unsägliche neue Drängelgitter, wo es keinen Durchlass für Anhänger gibt. Das es nach Monaten geschafft wurde, ein defektes Boden-Ablaufgitter zu reparieren, ist echt ein Wunder (man hat sich dann viele Wochen damit beholfen, einfach eine Warnbake in die Mitte zu stellen).
    Ich bin froh, dass ich selten durch die Innenstadt muss und wenig mit Autoverkehr zu tun habe (fahre halt die meiste Strecke am Rhein); denn was die Stadt sich leistet mit ihren Wegen und Baustellen, geht auf keine Kuhhaut.
    Vernetzt ihr Radfahrer-Interessenten Euch denn? Ich habe jetzt mehrere Webseiten gesehen und fände es schade, wenn berechtigten Forderungen nicht gebündelt verfolgt würden?
    Klasse, dass ich hier meinen Frust los werden konnte und ich verfolge die Diskussion ab sofort und werde auch gerne aktiv mit Beschwerden (an wen? den Fahrradbeauftragten?).

  7. @Martina

    Dein Unfall ist natürlich bedauerlich und ich fürchte Du wirst keinen Verantwortlichen dafür finden. Andererseits schick doch Dein Anliegen trotzdem mal – so wie oben geschildert – an den Fahrradbeauftragten und ich verspreche Dir, es wird nichts passieren ;-)

    So funktioniert das in Köln. Allerdings wäre mit Deiner Frage dem Fahrradbeauftragten natürlich dahingehend geholfen, dass Du für Ihn statistische Zwecke erfüllst, 7 Bürgerkontakte anstatt 6 an einen Tag! Das wäre ein Fest.

    Der ADFC – tja – der ADFC in Köln war in den vergangenen Jahren eine One-Man-Show: Erich Koprowski war jahrelang alleiniger und unangefochtener Vorsitzender des ADFC Köln. Aus mir unbekannten Gründen war er an einer Zusammenarbeit mit anderen engagierten Radfahren auf verkehrspolitischer Ebene nicht interessiert. Mails mit Bürgeranliegen wurden reihenweise ignoriert. Höflich wäre wenigstens eine standardisierte Antwort gewesen, die den Bürger über mangelnde Kapazitäten oder die rein freizeitorientierten Aktivitäten des ADFC informiert hätte.

    Weil dem so ist, habe ich überhaupt begonnen, diesen Blog zu schreiben.

    Was unsere Vernetzung angeht, so findet die zum größten Teil schon statt. Einige von uns kennen sich bereits im “richtigen Leben” und wir halten mehr oder weniger regelmäßig Kontakt. Zur Zeit sind wir dabei so etwas wie eine gelegentliche Zusammenkunft zu organisieren. Wenn das klappt können wir Dich gerne darüber informieren.

    Ansonsten sind unsere Links auf der Seite: http://www.fahrradblogger.de zusammengefasst.

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